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2 (1874) Vom Jahre 1400 - 1865 : mit Ill., 8 Beil. u. Reg.
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Heiligthumsfahrt des Philipp von Vigneulles.

wiederzufinden, es sei denn in der Herberge. Nachdemwir Kirche und Stadt besucht und gekauft hatten, was wirbedurften, empfahlen wir uns bei unserm Wirthe, stiegenzu Pferde und gelangten noch zur rechten Zeit nach S.Cornelimünster, einer grossen und reichen Abtei in einemThal, zwei Wegstunden von Achen, um auch liier die Re-liquien zu sehen. Man zeigt sie hier gegen zwei bis dreiUhr Nachmittags. Als wir ankamen, hatte die Feier schonbegonnen. Auch hier sahen wir eine unzählige Menschen-menge, gerade so wie zu Achen." Unsere Pilger steigeneilig von ihren Pferden, die sie in einem Gartenlokaleabgeben, und sehen eben noch das erste Stlick, welchesgezeigt wird, nämlich das Haupt des heiligen Corneliusnebst einem Arme desselben. Das Ausrufen durch denPrälaten, brennende Kerzen, Rauchfässer, Kreuze, Weih-kessel, anch der Hörner- und Trompetenschall, alles istgenau so wie in Achen. Hierauf wird das Tuch gezeigt,womit der Herr den Jüngern die Füsse nach der Fuss-waschung trocknete ; man sagte, der Fuss des Judas seinoch darin abgedruckt zu sehen. Alsdann zeigte man einSchweisstuch, das unserm Pilger für das Sudarium, woreinMaria im Grabe gehüllt war, ausgegeben wurde.

Als die Zeigung vorüber ist, kehren die Einen nachAchen zurück, Andere gehen nach Düren, wo das Hauptder heiligen Anna gezeigt wird, wieder andere treten denRückweg in die Heimath an. Als die Menge sich etwasverloren hat, besehen sie die heiligen Reliquien in Corneli-münster, wobei gelegentlich erwähnt wird, dass geradedamals die Kirche von Grund ans neugebaut wurde. Hierauftrennt sich die Reisegesellschaft. Die Gefährten kehrenauf geradem Weg nach Metz zurück, Philipp nebst seinemBegleiter reitet nach Düren. Auf dem Wege dahin kom-men sie an unzähligen Menschen vorbei; es ist auf dergrossen Strasse nach Düren fast nicht durchzukommen vorMenschen. Er schätzt etwa 18,000 bis 20,000 beiderleiGeschlechts, die im Walde und auf offenem Felde dieNacht zubringen mussten, da sie an dem Tage nicht nachDüren gelangen konnten. Die beiden Reiter fanden aufeinem Dorfe bei einem Geistlichen ein Unterkommen. In