Aeneas Sylvins über Achen und Deutschland.
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des deutschen Lebens, wie es in der Mitte des fünfzehntenJahrhunderts war, gibt. In Bezug auf Achen sagt er: „Wirhaben Achen vergessen, den eigentlichen Königssitz derDeutschen, dessen Palast, der vornehmste in ganz Deutsch-land, die steinernen Standbilder der deutschen Kaiser, wiedie Kirche unter den Reliquien das Hemd der seligenJungfrau und das Haupt Karls des Grossen enthält." Nach-dem er über das weite Gebiet, die Produkte, Fruchtbarkeitder Fluren, Schönheit der Wohnungen, Reichthum derStädte und ihrer Bewohner, die Pracht der Kirchen, geist-liche und weltliche Stände, Sitten und Schulen gesprochen,erklärt er, dass an dem Verfalle des Reiches die bei denDeutschen beliebte Vielherrschaft schuld sei, eine Sache,Uber die von jeher die weisen Männer ihr Missfallen be-zeugt hätten. Denn obwohl sie einen Kaiser oder einenKönig als ihren Herrn anerkännten, schien dieser dochnur nach ihrem Gefallen zu herrschen; er habe keine Machtund jeder gehorche ihm, soviel er wolle, oder so wenigals möglich. Allen beliebe es, unabhängig zu sein, wederStädte noch Fürsten gäben dem Kaiser das Seine, der we-der Einkünfte noch Schatzkammer habe. Jeder wolle ineigenen Angelegenheiten Führer und Meister sein. Daherdie häufige Zwietracht, daher die beständigen Kriege, Räu-bereien, Blutthaten und tausend Arten des Unheils, dieüberall eintreten müssen, wo mehrere Häupter gebieten:denn wie sollen diejenigen andere beherrschen, die sichselbst nicht beherrschen können? Erst müssen diejenigen,welche über andere Völker herrschen wollen, ihren Fürstendienen lernen. Gewiss, meine lieben Deutschen, fährt Ae-neas fort, würde euer alter Ruhm wiederkehren, wenn ihrebenso euerm Kaiser Friedrich gehorchtet, wie eure Vor-fahren ihrem Kaiser Karl dem Grossen gehorcht haben,denn an Männern, Rossen, Waffen und Kriegskunst fehltes euch nicht-
Papst Pius II. erkannte die Gefahr, welche Europavon den Türken drohte, und war auf das eifrigste bemüht,das christliche Abendland zur Wiedereroberung Constan-tinopels zu vereinigen; aber die Schwäche Deutschlandsund seines Herrschers, die Ohnmacht Frankreichs nach viel-