Fehde der Stadt mit Johann von Frankenberg. 71
noch fünfhundert Mann nach. Am achten Tage war Adam Beelgezwungen, „Gnade zu begehren und sich zu vergleichen."
Am 17. Juni 1451 verglich Johann von Frankenbergsich mit der Stadt wegen der Weinschenken in Burtscheid,versprach ihr in dem Verbote nicht hinderlich zu seinund einem Römischen Kaiser oder König bei dessen An-wesenheit in Achen die Entscheidung zu überlassen. AufSeiten Johanns waren Vermittler Heinrich von Gronsfeld,sein Oheim, und Wilhelm von Nesselrode, Amtmann zuSchoenforst. (Quix, Frankenberg Urk. 22.) An demselbenTage kam durch Wilhelm von Nesselrode der Friede zwi-schen der Stadt und Johann von Frankenberg zu Stande.Dieser verzichtete der Stadt gegenüber auf jeglichen Scha-denersatz; aber die Burtscheider Weinwirthe mussten demJohann von Frankenberg die versprochenen vierhundertGulden zahlen! (ib. Urk. 23.) Am Vorabende des Ii. Bartholo-mäus, des Apostels, am 23. Aug., verständigte sich Achen mitJohann über streitige Grenzbestimmungen, (ib. Urk. 24.)
Vor Weihnachten wurden zuerst die Söldner beschrie-ben. Es stellten: der Rath 26 Pferde, der Lewenberg 2,die geschworene Leuv 4, der alte Stern 2, der schwarzeAdler 2, Pontort 2, die Brauer 2, die Fleischer 2, die Ger-ber 2, die Bäcker 2, die Zimmerleut 2 Pferde, der neueStern gab sein Geld auf der Rentkammer ab, damit nichtJeder erfahre, was derselbe zahle. (Chronik v. L.)
Das 1. S. 179 f. besprochene Gasthaus zu S. Mathys warin seinen ökonomischen Verhältnissen zurückgegangen. SeinPastor Johann von Lynnicli spricht in einer Urkunde (Stadt-arch.) von grosser Notli desselben und macht ihm eine Reihevon Stiftungen zur Beherbergung fremder Schwestern.
Im Jahre 1452 war der berühmte Nikolaus Cusanus(von Cues, einem Dorfe an der Mosel) als Kardinallegatin Achen. Er betrieb mit Eifer eine Reform des Clerus,besonders der Klostergeistlichen. (Eine Reform der regu-lierten Klosterherren ward durch das Windesheimer Ge-neralcapitel durchgeführt.) In Lüttich war das Auftretendes Kardinals gegen den ausgearteten Clerus nicht ohnepersönliche Gefahr. Auf die Sitten des Jahrhunderts wirkteder Umstand ungünstig, dass einzelne Päpste unwürdig