40 Die Bäder.
nach Nürnberg zu senden. Im Jahre 1431 am 13. Nov.(Lac. IV. 204) schliessen der Herzog Philipp von Burgundund der Herzog Adolf von Jülich und Berg ein Freund-schaftsbiindniss zum Schutze der Kaufleute und Reisendenin ihren Ländern , in welchem auch die Städte Köln undAchen mit einbegriffen sind.
Die Nachrichten über die hiesigen Bäder sind in denZeiten des Mittelalters sehr dürftig. Eine finden wir beiRadulf von Rivo, Dekan von Tongern (I. 305), der zumJahre 1374 erzählt, die Achener Bäder seien für immer ge-schlossen worden, weil man das Ertrinken mehrerer Men-schen im warmen Wasser für das Werk eines in dasWasser gefahrenen Dämons gehalten. Nach der bekanntenAnekdote des Mönchs von S. Gallen bekämpfte Pippin derKleine einen solchen Dämon in einem Achener Bad. (M. Cr.H. II. 726.) Es.scheint das Schliessen sich auf die öffent-lichen (Comnmn-) Bäder zu beziehen 1 ); denn im Jahre1431 badet der Landgraf Ludwig von Hessen in Achenallein in einem „Hause bei seiner Herberge." In Burtscheitbadete er mit dreizehn Pilgern, und hier wurde im Badegezecht und die Zeit mit Musik vertrieben. Achener Herrenbesprachen im Bade Burtscheid die Angelegenheiten ihrerVaterstadt. (Lat. Urk. im Stadtarch. vom 17. Juni 1430.)Der Landgraf kaufte in Achen für vier Weisspfennige 2 )Spiegel und Zeichen, ein Bewets, dass die Spiegelfabrika-tion um diese Zeit schon in Achen betrieben wurde (dieStadtr. vom Jahre 1385 nennt schon einen Glaser —gelaisse-mecher), er kaufte ferner schwarzes Tuch für drei Hosenzu f>0y 4 Weisspfennig, gab deren sechs für Macherlohn undzehn für leinenes Futtertuch. (Aus gleichzeitigen Rechnungenim Archiv von Kassel, theilweise von Dr. Landau, Archivarzu Kassel, in der Zeitschrift für hessische Geschichte undLandeskunde V, I herausgegeben und Dr. AI. Rcumont inAbschrift mitgetheilt.)
] ) Nach Dr. AI. Reumont, Ann. d. liist. Vereins für den Nieder-rhein VIII, S. 169. — -) Der Weisspfennig hatte einen Werth von20 Denaren, Ennen, Geschichte der Stadt Köln II, 391. — 20 Wiss-pennige vur iglichen Gulden Cölsch Pagaments. Rhein. Antiq. III, 12.627, 1866. (Man vergl. I. 308}.
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