Tod Ruprechts, Wahl Sigmunds, das Concil zu Constanz. 11
von Wied noch Probst in Achen. (Lac. IV. 56.) Am7. Dezember des folgenden Jahres war Probst in Achenund Mastricht Johann von Locn, Sohn Johanns von Loen,Herrn von Heinsberg und Lewenberg. (Lac. IV. 69.)
König Ruprecht war am 18. Mai 1410 u/ierwartet zuOppenheim gestorben. Er war in Heidelberg in der vonihm gestifteten heiligen Geistkirche begraben worden. Nachseinem Tode wählte ein Theil der Wahlfürsten am 20. Sep-tember 1410 den zweiundvierzigjährigen Sigmund, Königvon Ungarn und Bruder König Wenzels, ein anderer Theilam 30. September den sechszigj ährigen Markgrafen Jodocusvon Mähren zum Könige. So hatte Deutschland gleichzeitigdrei Könige aus dem Luxemburgjsch-limburgischen Hause.Jodocus starb zum Glück schon am 8. Januar 1411 zuBrünn, und die Wahlfürsten einigten sich mit ZustimmungWenzels, welcher den Königstitel beibehielt, am 21. Juli1411 auf Sigmund.
König Sigmund 1411—1437.
Dieser kam in einer vielbewegten Zeit, die zu neuenEntwickelungon drängte, zur Regierung. Neben den kirch-lichen Wirren in Folge des grossen Schisma, neben denFehden der Reichsstände erhoben sich in vielen Städten,Köln, Zürich, Lübeck, Würzburg, Magdeburg, Breslau,Achen die zu Vermögen und Bildung gelangten Zünfte undmachten dem Patriziat oder dem städtischen Adel, welchermeist mit dem Landadel verbunden war, die ausschliess-liche Herrschaft streitig. Kirchliche und weltliche Ange-legenheiten Iiielten Sigmund in den ersten Jahren nachseiner Wahl in "Italien zurück, von wo aus er unter dem31. Oktober 1413 die Christenheit zu einem Concil nachConstanz auf den 1. November 1414 einlud. Die Einla-dung des Papstes Johann XXIII. ist vom 7. Dezember 1413.Dann endlich Hess Sigmund sich am 8. November 1414mit seiner Gemahlin Barbara, Gräfin von Cilley, in Achenkrönen. Bevor wir das Nähere darüber mittheilen, wollenwir den für Achener Lokalitäten und Persönlichkeiten nichtunwichtigen Inhalt zweier im Stadtarchiv aufbewahrtenUrkunden vom 9. März und 1. September des Jahres 1411