mann schreibt mit unausrottbarem Irrtum Maechiavelli) in seinemBuch 'Die Idee der Staatsräson' (1924) mit dem Problem der An-fangsgrenze der Renaissance zu tun hat. Jedesfalls seine AuffassungMachiavellis steht der meinen recht nahe.
Meinecke erkennt wie ich das bahnbrechende politische BeispielKaiser Karls IV. (S. 34). Hat dieser doch, was ich allerdings nochstärker hervorheben würde, als mächtiger Monarch in einem Groß-staat die politische Theorie Machiavellis lange vor ihm verwirklicht.Meinecke betont „die neuen mächtigen Gedanken Machiavellisüber eine neue nationale Mission der Monarchie" (S. 38), denvon vornherein bestehenden „monarchischen Einschlag in seinemrepublikanischen Ideal" (S. 40), seine Beibehaltung der Rahmen-begriffe christlicher Moral (S. 41, 50), „den Glauben an die Schöpfer-kraft großer Menschen" (S. 42) und seinen „Lebensgedanken, seingesunkenes Volk durch die virtü zu regenerieren" (S. 43, 52). Wohlbemerkt Meinecke „das spezifisch rationale, empirische und kalku-latorische Element der italienischen Renaissancekultur in ihm"(S. 38). Daß ein solches Element im Laufe der Entwicklung derRenaissance hervortrat, wer könnte das leugnen ? Aber es warnicht das einzige, nicht das schöpferische Element der Renaissance,nicht dasjenige, dem die Renaissarice ihren Ursprung dankt. InDante, Petrarca, Rienzo, Salutati, Vergerio, in den Trägern desRenaissanceplatonismus, in Lionardo da Vinci, Michelangelo undin den Meisterwerken der italienischen Renaissancekunst lebt eindavon völlig verschiedenes Element: eine humanisierte Reli-giosität, ein tiefer Drang nach innerer Wiedergeburt. DerVersuch von Eugen Wolf, 'Petrarcadarstellung seines Lebens-gefühls' (Leipzig, Teubner 1926), den 'Irrationalismus' -— auchein übles Schlagwort der Mode von heute ! — für die treibendeKraft der Frührenaissance auszugeben, erscheint mir allerdingsverfehlt.
Gerade auch an Machiavelli entdeckt Meinecke jenen Wieder-geburtsdrang, den ich als den Grundzug der Renaissance vor ihrerEntartung und Erstarrung in gelehrter Imitation, rhetorischemPrunk, Formalismus betrachte: „Bloßer nüchterner Sinn für poli-
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