ganz hart sein müssen, pflücke die Beeren von den Stielen undstoße sie mit ein wenig Salz im Mörser, presse sie dnrch ein leinenesTuch und gieße den Saft mehrmals durch einen naß gemachten undan der inneren rauhen Seite mit Mehl bestreuten Beutel anSBarchent, bis er hell wie Quellwasser ist. Dann habe man sehrreine und trockene, am besten neue Flaschen und schwefele sie,indem man in einen Pfropfen einen Draht befestigt, halb so langwie die Flasche, unten einen Haken biegt und an diesen ein StückSchwefel steckt, wie man ihn zum Schwefeln der Fässer gebraucht,den Schwefel anzündet nnd mittelst des fest in die Flasche gedrücktenPfropfens in jede der Flaschen bringt und wenn sie voll Schweselsind, so nimnit man den Schwesel heraus, pfropft sie rasch zu undfüllt einen Augenblick nachher den hinein, pfropft ihn gut
zu und stellt die Flaschen aufrecht in einen trockenen Keller odersonst kühlen trockenen Ort. Will man davon gebrauchen, so mußman erst ein Häutchen eutseruen, welches sich im Flaschenhalse ge-bildet haben wird. — Benutzt wird der Vsr^jus au Stelle andererSäuren zu Ragouts und dergleichen, sowie anstatt Citrone zuPuusch, Limonade n. s. w. und ist in der französischen, sowie seinenKüche sehr geschätzt. Auch wirkt er sehr heilsam, wenn man einenFall gethan hat, wo man dann gleich ein Glas davon trinkt nndda es in manchen Gegenden so oft vorkommt, daß einige Trauben-sorten nicht reifen, so kann man auf diese Weise noch Nutzen darausziehen, muß aber, wie oben bemerkt, die Beeren noch ganz hartnehmen, sonst erhält man eine süßsäuerliche Brühe, die zu nichts zugebrauchen ist.
299. Meintrautren-Syrup. Man presse den Saftaus nicht völlig reifen Weintrauben, seihe ihn durch und stelle ihnüber Nacht in den Keller, gieße dann das Klare ab nnd koche esmit 1/4 Kilo Zucker auf Vs Liter Saft zu Syrup, den man inFlaschen bewahrt und gleich anderen Frnchtsäften benutzt. Eiu Eß-löffel davon in ein Glas Wasser gemischt giebt ein sehr angenehmesGetränk, auch sür Kranke, besonders bei gallichten Krankheiten undFiebern und es lassen sich namentlich Muskateller-Trauben,die in so vielen Gegenden oft nicht reifen, sehr vortheilhaft dazuverwenden.