unter und lasse den Saft durchtropfen, wonach er in halbe Flaschengefüllt, gut zugepfropft und mit Bindfaden und Schweinsblase nochfest zugebunden wird. Dann thue man auf den Boden einer Casse-role drei Querfinger hoch Hen, stelle die Flaschen nicht zu nahe zu-sammen hinein und sülle die Zwischenräume auch mit Heu gut aus,gieße vier Querfinger hoch Wasser hinein, bringe die Casserole aufsFeuer und lasse das Wasser drei Minuten lang kochen. Setze dieCasserole dann ab, decke sie zu und nehme die Flaschen nicht eherheraus, als bis das Wasser völlig erkaltet ist. — Dieser Saft wirdmeistens zu Gelees benutzt und ist das Beste, welches man indieser Art hat. Das Zurückbleibende, mit Zucker versetzt, giebt einepikante Marmelade.
266. FruchtjVtft, der nicht gekocht n»ird. Man
löse 5 Gramm Weinsteinsäure in 2 Liter frischem Brunnenwasserauf und gieße es über 3 Liter Erdbeeren, Johannisbeeren oderHimbeeren, lasse es vierundzwanzig Standen lang stehen und schüttedas Ganze dann in einen Spitzbeutel. Andern Tags nehme manzu je i/z Liter des durchgelaufenen Saftes '/-> Kilo fein gesiebtenRasfinadezucker und rühre es gut durcheinander, bis sich der Zuckerganz aufgelöst hat. Fülle nnn den Saft in Gläser und biude siemit einem Stückchen Mull zu. — Dieser Saft ist dem gekochten vor-zuziehen, da er eine vorzügliche schöne Farbe und ganz das natür-liche Aroma hat, hält sich auch an einem kühlen, lustigen, trockenenOrte sehr lange.
267. Einen Granat-Aepfetsaft zu Freden. (Vor-zügliches Recept aus alter Klosterküche, welches ich wörtlich gebe.)Nimm Granat-Aepfel uud thue die Kerne auf das Säuberste her-aus, zerreibs alsdann in einer Schaale auf das beste und seiheden Saft durch ein härenes Tuch (Haarsieb). Darnach, wenn Dudrei Loth Saft hast, so nimm ein halbes Pfund Zucker, mache ihnschön klar mit einem Röhrenwasser (aus laufendem Brunnen), lasseihn sieden, bis daß er gar wohl an dem Löffel fpiuut, alsdanngieße den Saft darein, so hast du ihn ans das allerbeste und isteine Labung über alle Lab nngen, wenn ein Mensch in sehr großerHitze ist.