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Jaspar von Gennep und die Entwicklung der neuhochdeutschen Schriftsprache in Köln
Entstehung
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Schon die kurköln. Urk. Nr. 2851 des Düsseid. Arch. ,Pfandver-scbreibung an Joban von Wied' vom Jahre 1543 zeigt im Wesentlichenein gemeines Deutsch, welches nur wenig kölnische Eigentümlichkeitenbewahrt.

Vokale: 1, mhd. i ist immer = ei: sein, seinen, zeit, bey,allzeit, versclireibung, seiner, beschneidung, gefreiet.

2. mhd. iu (md. ü) — eu: getrewer.

3. mhd. ü = au in lauth, doch dusent.

4. Die nachschlagenden Vokale sind weniger häufig als früher:vaith, ivair, gethain; warheit, zugelassen, jars; dhoimJcirchen, toidt auchbehoiff; notiurfft, hochgedachts.

Konson.: 1. mhd. -b- ist nur b: lieben, globen, haben, begebe,geben, geschriben, versclireibung.

2. mhd. t = t th, selten d: dusent, doch thun, gethain, zuthun,montag, toidt, theil; halten; geburth, lauth.

3. mhd. pf erscheint in pfandt, doch daneben als p in dem echtkölnischen portzener.

Hier haben wir also in der erzbischöfiichen Kanzlei eine Einigungerreicht. Die Diphthonge sind durchgedrungen, der Konsonantenstandzeigt fast gar keinen Dialekt mehr; nur die nachschlagenden Vokale haltensich als orthographische Eigentümlichkeit noch eine Zeit lang; zu be-merken ist der Zusatz eines 7* zum anlautenden t, h, auch / in thun,vrlchundt, gefhurt (kurköln. Urk. Nr. 2857 ,Verleihung an Eberhard vonder Thann;' Nr. 2858 Antreffend das hawss bey dem Saile jn Colnnehist bey S. Thomas Capellen vff dem Dhomhoff gelegen; Nr. 2860,der Rheinzoll': sämtlich im Düsseid. Arch.).

Wir sind hiermit bei einem Sprachstande angelangt, welcher mitder Sprache in den gedruckten Urkunden bei Gennep vollständig über-einstimmt, und tatsächlich liegt es so: die Kanzlei war es, welcheübereinstimmend mit dem ganzen Zuge der Zeit, die Drucker daraufhinwies, sich in den Drucken auch vom reinen Dialekt ab-zuwenden.

Soweit die Geschichte der Urkundensprache im Kanzleiverkehr desErzbiscbofs nach aussen. Es ist natürlich und wir werden dasselbeauch beim Rat finden, dass in der inneren Verwaltung für die Register-bücher der Dialekt sich länger hielt als für den auswärtigen Verkehr.

Jedoch ist sonst die Entwickeluug dieselbe, so dass wir nur kurzden Gang anzugeben haben.

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