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Jaspar von Gennep und die Entwicklung der neuhochdeutschen Schriftsprache in Köln
Entstehung
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mit einem Schwall von Bibelstellen zu widerlegen sucht. Die Schrift istgerade durch ihre persönliche Haltung sehr interessant: Gennep ^ giebtüber sich und seine Druckerei Auskunft und führt, wie oben erwähnt,einen grossen Teil seines Verlages an, um sich gegen die Vorwürfe seinesGegners zu rechtfertigen. Aber Spangenberg Hess keine Ruhe. 1562widmete er iu seinem Buche ,Wider die Bösen Siben ins TeuffelsKarnöffelspiel', in dem er nach einander alle seine Feinde und Gegnerabfertigte, einen Abschnitt auch unserm Gennep 1 ). Das letzte Wortsprach jedoch Gennep. In der Neuauflage der ,Redt vnd Antwort' 1563wandte er sich noch einmal gegen Spangenberg 2 ).

Hiermit haben wir die schriftstellerische Thätigkeit G.'s erschöpft.Wir lernen ihn als einen Menschen kennen, der nicht nur für sein GeschäftSinn hat, sondern der sich auch lebhaft für die religiösen Streitigkeitenseiner Zeit und insbesondere seiner Vaterstadt interessiert.

So ist es erklärlich, dass er gerade von der Universität und demgegen den Erzbischof Front machenden Teil des Kapitels mit dem Druckaller ihrer Publikationen betraut wurde, wie er ja auch der VerlegerBillicks und Groppers, der Hauptgegner Hermanns, war. Die Werkedieser beiden und die übrigen anti-erzbischöflichen Verlagsartikel werdenin § 10 und 11 aufgeführt werden. Wir trennen zwar dadurch den VerlagGenneps in zwei Teile, doch lag uns viel daran, zunächst ein einheitlichesBild unseres Druckers als Schriftsteller zu gewinnen. Die bibliographischeZusammenstellung aller Drucke wird von anderer Seite gegeben werden.

Wie die Person Genneps, so ist seine gesamte litterarische undgeschäftliche Thätigkeit aufs allerengste mit den Interessen und Schick-salen seiner Vaterstadt verwachsen. Eine Darstellung der gemeinsprach-lichen Bewegung in Köln wird ihn naturgemäss als Mittelpunkt wählen.Seine Rolle ist uns verständlich und seine Abhängigkeit wie seinenEinfluss können wir annähernd ermessen. Wenn dagegen schon langevor dem Durchbruch der neuen Sprachnorm ein Kölnischer Verleger

') Spangenberg .Wider die Bösen Siben' k 5 ff.: ,Wider den alten Gecken/Jaspar Gennep Buchdrucker zu Collen'; vgl. auch Norrenberg, Homulus S. 33.

2 ) Vgl. Allg. Deutsche Biogr. Bd. VIII. Wetzer u. Weite, Kirchen-lexikon V, 294. Es sei ferner erwähnt, dass Gennep auch sonst mit Spangen-berg im Streit lag. Er hatte nämlich den grossen ,Catechismus' des Vatersvon Cyr. Spangenberg, Johannes (Augsburg 1547) mit geringen Änderungenals CatJiolisehen Spangenbergischen Catechismus, wie der Sohn sich ausdrückt,erscheinen lassen. Gegen diesen Nachdruck wendet sich Cyriacus in den ,BosenSiben'1562: Kurtzer Bericht auff den Catholischen Spangenbergischen Catechismumdurch Jaspar Gennep in Druck geben.

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