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2 (1893) Die Erzdiöcese Köln nach der Kirchentrennung
Entstehung
Seite
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Die kirchliche Vergangenheit Kölns in der Gegenwart. 637

dacht nur einmal in seinen Mauern abhalten sah. So mag derGlaube sich verbreitet haben, dass Köln so viele Kirchen undGapellen zähle, als das Jahr Tage habe. Gewiss sah ein jedesGotteshaus die Andacht nur einmal im Laufe des Jahres inseinen Mauern, aber bei der 3tägigen Dauer einer solchen An-dacht war die Zahl der Jahrestage doch unzureichend; esmussten deshalb jährlich doch noch einige Kirchen bezeichnetwerden, um che Andacht bis zum Schlüsse der Jahreswendevervollständigen zu können.

Die Gotteshäuser und kirchlichen Einrichtungen, dienoch vor drei Menschenaltern der Erschütterung, derAechtung, dem Verfall und der Vernichtung ausgesetztwaren, sind in erhöhtem Glanz wiedererstanden. So un-zerstörbar die Gesetze bleiben, welche den physikalischenKräften in der Natur ein bestimmtes Wirken vorschreiben,so unvertilgbar sind die Bedürfnisse des menschlichenHerzens über die Bedürfnisse des Alltagslebens hinausseine Befriedigung in Höherem zu suchen und es nichtruhen und rasten zu lassen, als bis es aus dem durchKatastrophen jeder Art geschaffenen Trümmerhaufen neuesLeben und neues Gedeihen zur Ehre dessen geschaffenhat, vor dem sich alle Kniee beugen. Von der Höhe dieserErscheinung muss man Alles das ansehen, was jemalszwischen Vergangenheit und Gegenwart lag, um begreifenzu können, was die Begeisterung, die sich in den Diensteiner höheren Macht stellt, zu erreichen fähig ist.

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