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2 (1893) Die Erzdiöcese Köln nach der Kirchentrennung
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624
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624 Die kirchliche Vergangenheit Kölns in der Gegenwart.

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über jenen Nachtheilen, die in ihrem Schosse durch dieimmer mehr sich ausbreitende Herrschaft der Aufklärungerwuchsen. Die langsame, aber sichere Unterminirung deskirchlichen Einflusses, zunächst in den Herzen der Gebil-deten, war das Ziel dieser Richtung. In unseliger Ver-blendung waren stellenweise die kirchlichen Oberhirtenbemüht das mit untergraben zu helfen, was ihnen selbstbis dahin Bestand und Sicherheit gebracht hatte. Diefranzösische Staatsumwälzung war eine Uebersetzung jenerIdeen in die Wirklichkeit, welche geistliche und weltlicheObrigkeiten um die Wette gehätschelt, für die sie, ohneii'gend ein Verständniss für veränderte sociale Ansprücheund Bedürfnisse Seitens des Volkes, die Menschen und dieZustände nur zu sehr empfänglich gemacht hatten. DieSansculotten, als die Zöglinge der Encyclopädisten, glaubtendie materialistisch-naturalistische Weltanschauung der ge-bildeten Gesellschaft von damals in der Praxis nicht besserwiedergeben zu können als damit, dass sie allenthalbenhier am Rhein die Kreuze aus der Erde rissen. Bezeich-nend sagt Haffner in seinem WerkeDer Materialismusin der Kulturgeschichte": Statt der schöngeistigen Philo-sophen hatte der Schuster Simon den Katheder bestiegen,um dem König Ludwig XVI. die Philosophie zu erklären,die das Scepter seiner Ahnen ein Jahrhundert lang gepflegt.Die Fiutben dieser Bewegung sind nach wenigenJahren in ihre Ufer zurückgekehrt. Viel Grossartiges istunter ihnen begraben, aber auch viel Grosses ist zu neuemLeben erstarkt. Eine kurze Aufzählung der einst vorhan-denen und heute noch bestehenden Kirchen Köln's gibtdafür den besten Beleg. Als Grundlage unserer Darstellungdient die im erzbischöflichen Generalvicariat befindlicheDescriptio pastoratuum Archidioecesis Coloniensis de anno1730. Ausserdem benutzten wir die von einem Anonymus(v. Mering?) im März 1856* in einem Beiblatt der KölnischenZeitung gegebene Beschreibung der noch vorhandenenGotteshäuser der Stadt, zu der der Archivar des General-vicariats, Herr Ferdinand, hier und da einige Ergänzungengegeben hat.