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Der politische und kirchliche Zusammenbruch.
Wirkung der französischen Aufklärung in einen rascherenFluss gebracht wurde. Auf dem Boden dieser antikirch-lichen Strömungen hatte sich der Nuntiaturstreit entwickeltund der Erzbischof Max Friedrich Graf von Königseggschuf in bewusstem Gegensatz zu der streng kirchlichenUniversität von Köln, deren allerdings nothwendige Re-organisation man eben nicht wollte, im Jahre 1777 dieAkademie von Bonn. Sie hatte zuerst nur eine theologischeund philosophische Facultät, aber dem Akademierath wurdebereits 1783 das gesammte niedere Schulwesen des Erz-stifts unterstellt. Der letzte Kurfürst Max Franz, der sichschon bei den Emser Punctationen ein so trauriges An-denken geschaffen hatte, fügte der Bonner Akademie auchnoch eine medizinische Facultät hinzu; damit wurde dieneue Schöpfung im Jahre 1786 zum Rang einer Universitäterhoben, an die der Kurfürst, characteristisch genug, denExfranziskaner Eulogius Schneider als Professor der schönenLiteratur berief.
Dem Erzbischof fehlte jedes Verständniss für diekirchliche Vergangenheit und Bedeutung der UniversitätKöln, denn 1781 suchte er ihre Lebensfähigkeit völlig zuuntergraben, indem er ein Rescript erliess, wonach derBesuch dieser Hochschule von vornherein die Erlangungeines geistlichen oder weltlichen Amts im Bereiche desErzstifts ausschliesse.
Erwies sich auch der Kurfürst in seinem Privatlebendurchaus tadellos, so war damit doch nicht ausgeschlossen,dass er sich weniger als Erzbischof denn als Landesherrfühlte. Auch an seinem Hofe hatte wie bei so Manchemseiner Vorgänger die italienische Sängerin oder die fran-zösische Schauspielerin eine ungleich angesehenere Stellungwie der würdige Landgeistliche, dem der Schliff deshöfischen Wesens und der Firniss einer encyclopädistischenBildung abging. Es begreift sich, dass den Kurfürsten derGang der französischen Staatsumwälzung aufs tiefste er-schüttern musste, ob ihm aber die Erkenntniss gekommen ist,dass er mit dazu beigetragen hatte, die Ideen gross zu ziehen,welche den Arm der Sansculotten waffneten, ist wohl nichtfestzustellen, denn unseres Wissens sind seine vertraulichenBriefe noch nicht veröffentlicht. Es blieb ihm aber nichterspart, die Zeit noch zu erleben, in der sein SchützlingEulogius Schneider das Elsass mit der Guillotine durch-zog, bis das Fallbeil dem Dasein dieses Ungeheuers am