293
zu einem Niveau zurückkehren können, das den besten Traditionenebenbürtig ist.
IV
Die Neugliederung des Publikationsprozesses bedeutet nicht denAusschluß des Verlags, wohl aber eine Akzentverschiebung inseinen Aufgaben. Wenn sich die Funktion des Verlags im Bereichder Herstellung einschränkt, sollte sie sich in anderen Bereichenerweitern. Diese Bereiche lassen sich, grob und vorläufig, alsBeratung und Kontrolle des Autors kennzeichnen.
Die Grundfunktion, die der Verlag im wissenschaftlichen Kom-munikationssystem erfüllt, ist die der Verbreitung von neu ge-wonnenen Erkenntnissen. Das heißt nicht, daß ein Verlag alles andie Öffentlichkeit bringen sollte, was von Autoren produziert wird.Traditionell zeichnet sich der qualifizierte wissenschaftliche Verlagebenso durch das aus, was er verlegt wie durch das, was er nichtverlegt. Die Verbreitungsfunktion ist historisch und von der Sacheher mit einer Filterfunktion gekoppelt. Hierauf wird sich dieAufmerksamkeit mit der für den Autor zunehmenden Möglichkeitder Veröffentlichung im Selbstbedienungsverfahren wieder verstärktrichten müssen. Je informeller die wissenschaftliche Publikations-tätigkeit prinzipiell werden kann, umso wichtiger ist die Rolle desVerlags als einer Institution, die eine Formalisierung der wis-senschaftlichen Mitteilung bewirkt und damit auch eine Qua-litätsgarantie übernimmt.
Zur Sicherung oder auch zur Wiedergewinnung der internationalenKonkurrenzfähigkeit bedarf der geisteswissenschaftliche Autor inder Bundesrepublik, besonders in der Frühphase seiner Autorschaft,einer Beratung durch den Verlag, die ihm bislang nicht in aus-reichendem Maße zuteil wird. Wie dies im einzelnen auszusehenhat, braucht hier nicht erörtert zu werden. Was not tut, ist einegenerelle Verbesserung der deutschen geisteswissenschaftlichenPublikation im Hinblick auf ihre Rezipierbarkeit. Hier liegt diegroße Aufgabe des Verlags. Das Niveau der technischen Her-stellung läßt sich durch die Verwendung der neuen Technologien
ll
Ü
II
i