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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
Entstehung
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4. Neugliederung des Publikationsprozesses

I

Die Auswirkungen neuer Technologien auf das Verlagswesenwerden in jüngster Zeit mit zunehmender Intensität erörtert. 1Allenthalben setzt sich dabei die Auffassung durch, daß dietraditionelle Gliederung des Publikationsprozesses - Autor, Verlag,Buchhandel oder Bibliothek, Leser - nicht in der gewohnten Formfortdauern wird. Die bisher klare Segmentierung wird ihre Ein-deutigkeit verlieren, und zwischen den vermutlich ruhenden Polenvon Autor und Leser werden sich zahlreiche Veränderungen undFunktionsverschiebungen ergeben.

Die Funktionsverschiebungen zwischen Autor und Verlag, um diees hier geht, dürften zu den gravierendsten Veränderungen gehören,die sich in dem gesamten Zusammenhang auf die Dauer vollziehenwerden. Sie sind weniger augenfällig und öffentlichkeitswirksam alsetwa die elektronische Kommunikation' zwischen Autor und Leser,über die meist nur Spekulatives zu sagen ist, aber ungleichbedeutsamer und auch charakteristischer für die Einschnitte, die dieneuen Technologien bewirken.

II

Traditionell gilt die Herstellung des Buches als Aufgabe desVerlags. Die Verbindung zwischen Verlag und Druckerei wirdentsprechend als eng angesehen, und die Einheit von Verlag undDruckerei pflegt etwas Selbstverständliches an sich zu haben.Obwohl nicht der einzige Bereich der Verlagstätigkeit, wird dieHerstellung, und damit die Technik der Buchproduktion, doch alsKernbereich dieser Tätigkeit angesehen.

Bis zum Beginn der graphischen Revolution' war der Autor aus dertechnischen Sphäre so gut wie ausgeschlossen. Natürlicherweise: erverfügte in der Regel nicht über die in diesem Bereich erforderlichenKenntnisse und Fertigkeiten, und er war meist auch an der Technikder Buchherstellung desinteressiert. Nur an einem Punkt wurde er in