Druckschrift 
Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

2. Neuordnung von Publikationsformen

Ich jubilire lieber, als ich klage, aber ichbin doch der festen Ueberzeugung, daßder wissenschaftliche Betrieb nicht mehrlange so wie bisher fortdauern kann.

Friedrich Perthes (1842)

I

I

Die Überproduktion von Literatur stellt ein wissenschaftsprak-tisches und ein ökonomisches Problem dar. Das wissenschafts-praktische besteht in der Konfrontation des einzelnen Wissen-schaftlers mit einer unstrukturierten Masse von Literatur - eineSituation, die in praktisch allen Wissenschaftsbereichen wie auchim literarischen und geistigen Leben allgemein gegeben ist. Nach-weisinstrumente, deren Aufgabe es ist, bibliographische Ordnung ineine von sich aus amorphe Produktion zu bringen, versagennatürlicherweise. Sie gliedern nur horizontal, während eine vertikaleStufung mit dem Ergebnis der Auswahl und Aussonderung er-forderlich wäre. 1

Das ökonomische Problem ergibt sich daraus, daß sich ein hoch-entwickeltes wissenschaftliches Publikationssystem in einer Zeitbeschränkter finanzieller Mittel als nicht mehr voll finanzierbarerweist. In der Folge muß entweder das gesamte Produktionsniveaugesenkt werden, oder es muß eine strenge Auswahl unter der zupublizierenden Literatur getroffen werden. Beides bringt erheblicheSchwierigkeiten mit sich.

mI

I

1I

f!II

Verbesserungen scheinen nur möglich, wenn der Versuch gemachtwird, bereits im Entstehungs- und Verbreitungsbereich Differen-zierungen vorzunehmen. Für eine solche Differenzierung käme alsKriterium neben der Qualität der einzelnen Arbeit vor allem ihreZugehörigkeit zu bestimmten, generell zu definierenden Kategoriendes wissenschaftlichen Schrifttums in Betracht. Eine solche ,Vor-sortierung' könnte einerseits zu einer besseren Unterstützung des

ili