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Üblicherweise wird die wissenschaftliche Publikation als Beitrag zujenem ,öffentlichen Wissen' betrachtet, das in seiner Gesamtheit diewissenschaftliche Erkenntnis darstellt. Dieser Gesichtspunkt ist derprimäre, und er muß bei jedem Urteil über Wert, Qualität undBedeutung einer wissenschaftlichen Veröffentlichung Vorrang ha-ben.
Angesichts der offensichtlichen Überproduktion an wissenschaft-licher Literatur stellt sich in vielen Zusammenhängen die Frage, obnicht auf einen erheblichen Teil der Veröffentlichungen verzichtetwerden kann, ohne daß die Wissenschaft Schaden nimmt. Immerwieder wird darauf hingewiesen, daß es in fast allen geistes-wissenschaftlichen Disziplinen ein Zuviel an Forschung gibt, daßzahlreiche Gegenstände als übererforscht gelten müssen und daßdie Flut der Publikationen die Erkenntnis eher hemmt als fördert.Schätzungen zufolge kann der Wissenschaftler kaum mehr als fünfProzent der auf seinem Gebiet erscheinenden Literatur zur Kenntnisnehmen. 9
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Alle Feststellungen und Überlegungen dieser Art setzen voraus, daßes für Erforschung eines einzelnen Gegenstandes oder Gebietes eineoptimale Literaturmenge gebe. So berechtigt und akzeptabel einesolche Annahme auch ist, sie läßt sich schwer quantifizieren. Wenn2.500 Abhandlungen über Goethe zwischen 1955 und 1964 und3.270 Publikationen im Shakespeare-Jahr 1964 zuviel sind, 10 wievielsollten es sein? Wie niedrig die Zahl auch angesetzt wird, dieGrenze der individuellen Aufnahmefähigkeit wird sicher überschrit-ten.
Ich möchte hier nur die Aufmerksamkeit darauf richten, daß manbei allem Bemühen um die Eindämmung der Publikationsflut einengewissen Überschuß an wissenschaftlichem Schrifttum zur Siche-rung der Forschungsqualität in Kauf nehmen muß. Die Qua-lifikation eines Wissenschaftlers wird in der Regel nach seinenPublikationen beurteilt. Eine bessere Methode gibt es bislang nicht,und es dürfte auch schwierig sein, sie zu ersetzen." Wenn dieVeröffentlichung als Befähigungsnachweis dient, muß dem ein-
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