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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
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behalte gemacht werden müssen.

Das deutsche wissenschaftliche Buch ist - rühmliche Ausnahmenbestätigen wie immer die Regel - eine fast ungebrochene Prä-sentation der voluntas auctoris. Aufgrund der Rolle, die ihm in einerlangen Entwicklung zugewachsen ist, hat der Verlag, so sehr er daswünschen mag, kaum eine Möglichkeit, Unzulänglichkeiten vonsich aus abzustellen. Die Skala solcher Unzulänglichkeiten reichtvon bloßen Redundanzen bis zur kontrapunktischen Führung einesArguments in Text und Fußnoten.

Mit der Krise des wissenschaftlichen Schrifttums scheint sich dieSituation zu verschärfen. Die Einsparungen, zu denen die Verlagegezwungen sind, wirken sich auch und in vieler Hinsicht vorrangigbei den Lektoraten aus. Das bedeutet eine weitere Verschiebung derGewichte zwischen Autor und Verlag und damit auch einenRückgang der Kontrollfunktion, die der Verlag für den potentiellenLeser ausüben sollte.

Das wissenschaftliche Publikationssystem der Bundesrepublik er-legt dem Verleger nicht alle Risiken auf, die sich aus dieserKonstellation ergeben. Die Subvention von Publikationen spielteine große Rolle, und eine Vielzahl von speziellen Monographienwird durch mehr oder weniger hohe Druckkostenzuschüsse un-terstützt. Das heißt nicht, daß der westdeutsche wissenschaftlicheVerlag in der Regel subventioniert wird. Im Gegenteil, eine Reihevon Verlagen arbeitet bewußt ohne Subventionen und ist deswegenauch gezwungen, im Hinblick auf Qualität und Absatzmöglich-keiten eine scharfe Auswahl unter möglichen Verlagsobjekten zutreffen. Doch für bestimmte Kategorien von Publikationen ist einZuschuß üblich, und im Hinblick auf den sich reduzierenden Marktim In- und Ausland stellt er auch eine Notwendigkeit dar. 4

Für den Verlag bedeutet die Subventionierung nicht nur einewirtschaftliche Sicherung gegenüber den Bedingungen des Marktes,auf dem er seine Absatzchancen finden muß, sondern auchgegenüber der Präponderanz eines Autors, der in einer nicht mehrdurchgängig konkurrenzfähigen Wissenschaftstradition produziert.Daß diese Sicherung auch unbeabsichtigte Nebenwirkungen haben

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