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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
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ästhetisch befriedigendes Buch.

Vor diesem Hintergrund erscheinen die Wirkungsmöglichkeiten desdeutschen Verlages stark eingeschränkt. Es steht ihm natürlich frei,ein angebotenes Manuskript anzunehmen oder abzulehnen, und erkann auch, wie alle Verlage, selbst wissenschaftliche Werke an-regen. Aber sein Einfluß auf die endgültige Gestalt, in der ein Werkan die Öffentlichkeit kommt, stellt sich als weitaus geringer dar alsder des englischen oder amerikanischen Verlages.

Es scheint dafür zwei Gründe zu geben. Einmal entbehrt derdeutsche Verlag als selbständiges Unternehmen den Rückhalt, dendie wissenschaftliche Institution einem typischen Universitätsverlaggibt. Zwar werden auch diese Verlage in der Mehrzahl als kom-merzielle Unternehmen geführt, aber unabhängig von der vor-gängigen fachlichen Begutachtung trifft in der Regel ein ausWissenschaftlern bestehender Verlagsausschuß die letzte Entschei-dung über die Annahme eines Manuskripts zur Veröffentlichung.

Zum anderen befindet sich die wissenschaftliche Institution ge-genüber dem deutschen Verlag in einer Position der Autorität. Siebürgt mit ihrem Renommee für die wissenschaftliche Qualität desManuskripts, und dem Verlag fällt nur noch die Rolle einesausführenden Organs bei der Veröffentlichung zu. Dafür gibt esgenügend historische Belege, und das beste Beispiel aus derGegenwartspraxis ist die Habilitationsschrift, die als Monographieeine zentrale Rolle spielt. Ihre Annahme durch eine Fakultät gilt inder Regel als zureichendes Gütesiegel für eine weitgehend au-tomatische Subventionierung und Veröffentlichung.

Das bedeutet nicht, daß es in westdeutschen wissenschaftlichenVerlagen keine Lektorate gäbe und daß jedes Manuskript ungeprüftgedruckt würde. Es bedeutet auch nicht, daß es keine unabhängigenHerausgeber von Zeitschriften oder Reihen als Sachwalter wis-senschaftlicher Qualität gebe. Es bedeutet lediglich, daß im deut-schen System, historisch bedingt, die Stellung des Autors über-raschend stark ist. Er kann in der Regel die Veröffentlichung einesManuskripts auch dann erreichen, wenn vom Standpunkt einerreibungslosen' wissenschaftlichen Kommunikation erhebliche Vor-

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