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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
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Ressourcen einer großen Bibliothek stehen uneingeschränkt zurVerfügung.

In der Bundesrepublik gibt es solche Arrangements bisher nur inEinzelfällen. So die Unterbringung der Monumenta GermaniaeHistorica im Gebäude der Bayerischen Staatsbibliothek und derKJopstock-Ausgabe in der Staats- und Universitätsbibliothek Ham-burg. Die Leibniz-Ausgabe bildet eine Sonderabteilung der Nie-dersächsischen Staatsbibliothek in Hannover, und der Index derdeutschen Zeitschriften des achtzehnten Jahrhunderts, ein Projektder Göttinger Akademie, wird in der Göttinger Bibliothek be-arbeitet.

Es entspräche einer rationellen Forschungsplanung und bedeuteteüberdies eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, wenn inZukunft langfristige geisteswissenschaftliche Projekte, soweit siesich auf die textliche Überlieferung beziehen, in den zentralenUniversitätsbibliotheken angesiedelt würden. Nicht in allen Fällenwird das möglich sein. Aber überall dort, wo auf einen großen unddifferenzierten Literaturbestand zurückgegriffen werden muß, bietetsich diese Lösung in erster Linie an. Die Vorteile, die sie gegenüberdem Klein-Institut bietet, liegen auf der Hand.

Die zentrale Bibliothek ist nicht nur der Ort für die extensiveLiteraturrecherche, wie sie praktisch jedes Großprojekt impliziert,sie ist auch der Ort, an dem die für solche Projekte verwendeteSpezialliteratur in einen umfassenden Fundus eingehen sollte. AusGroßprojekten ergibt sich meist ein bleibender Beitrag zur wis-senschaftlichen Literatur. Sie repräsentieren in dieser oder jenerForm ein Stück Wissenschaftsgeschichte, die ihrerseits ein Teil dervon den Bibliotheken bewahrten Tradition ist. 22 Auch dies sprichtdafür, in den Bibliotheken die räumlichen und technischen Vor-aussetzungen für die Abwicklung größerer geisteswissenschaftlicherForschungsvorhaben zu schaffen. Auf diese Weise ergäbe sich einpermanenter institutioneller Rahmen für eine Abfolge von Pro-jekten.

Von einem Augenblick auf den anderen wird diese Einbeziehungder Bibliotheken in den Prozeß der Forschung nicht zu bewerk-

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