165
zwanzig Aufnahmen kostenlos abgegeben, 9 ungeachtet der ent-stehenden Material- und Personalkosten. Umfangreichere Aufträgewerden in der Regel berechnet.
Über Mikrofilm und Papierkopie hinaus sind im bundesdeutschenLeihverkehr, soweit er die geisteswissenschaftliche Forschung ver-sorgt, bislang keine weiteren technischen Hilfsmittel eingesetztworden. In der Literaturversorgung der Technik und der Medizinfindet neuerdings das Telefaksimile Verwendung. Die TechnischeInformationsbibliothek Hannover und die Zentralbibliothek derMedizin in Köln nehmen Bestellungen per Fernschreiber entgegenund liefern gegen besondere Berechnung Kopien von kürzerenTexten, in der Regel Zeitschriftenaufsätzen, über den Telefax-Dienst der Bundespost. Die technische Qualität des Telefaksimileläßt jedoch, da eine Papierkopie des Originals als Grundlage für dieÜbermittlung hergestellt werden muß, teilweise noch zu wünschenübrig. 10
I
II
Bei der Auswahl von technischen Hilfsmitteln für die Verbesserungder geisteswissenschaftlichen Literaturversorgung ist die Strukturdes Literaturbedarfs zu berücksichtigen. Im Bereich der Technik,der Naturwissenschaften und der Medizin geht es ausschließlich ummoderne Forschungsliteratur, und der Zeitschriftenaufsatz, meistkürzeren Umfangs, steht hier im Vordergrund. Der Charakter derbenötigten Literatur und der relativ geringe Umfang des Lite-raturbedarfs machen hier den Einsatz von Hilfsmitteln sinnvoll, diein den Geisteswissenschaften nur begrenzt, wenn überhaupt, vonNutzen wären.
In den Geisteswissenschaften spielt nicht nur die moderne For-schungsliteratur, sondern auch das Quellenmaterial in gedruckterund ungedruckter Form eine Rolle. Dieses Material bedarf fastdurchgängig eines besonderen Schutzes. Für Archivalien undHandschriften, die sämtlich als Unica zu gelten haben, versteht sichdies von selbst. Für gedruckte Texte, deren Seltenheitswert langeunbeachtet geblieben ist, muß ein ähnliches Schutzbedürfnis po-