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(1) Die Aufstellung eines umfassenden Katalogs der erforderlichenSchutzmaßnahmen.
Die Einrichtung von „Reserven" muß dabei Priorität haben, undhier sollten sich Hinweise und Hilfsangebote vor allem an jeneBibliotheken richten, die nicht, wie die großen Universalbiblio-theken, über sachkundiges Personal verfügen. Die Dezentralisationdes Bibliothekswesens bringt es mit sich, daß sich besondersschützenswerte Bestände auch an unerwarteten Stellen befinden.Schutzbedürftig sind indessen nicht nur rara. Die ,normalen'Bücher des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts müssenebenfalls vor dem Verfall bewahrt werden. Zeitungen und Zeit-schriften stellen ein weiteres Gebiet dar, auf dem der Konservatorintensiv tätig sein muß. 17 Für Zeitungsfragen, Einbandfragen undanderes gibt es schon länger existierende Fachkommissionen, zuderen „Tätigkeitsschwerpunkten" die Erhaltung bisher nicht gehörthat. 18 Hier wird deutlich, daß die Konservierung von bibliothe-karischer Seite als eine interdisziplinäre' Aufgabe aufgefaßt werdensollte.
(2) Die Koordinierung von Erhaltung und Öffnung der Bestände.Erhaltung impliziert Gebrauchsbeschränkung, und Gebrauchsbe-schränkung erlegt den Bibliotheken die Pflicht auf, dem Wis-senschaftler den Zugang zu entsprechenden Forschungsmaterialienauf neuen Wegen zu ermöglichen. Die „Schutzverfilmung" ist einsolcher Weg, aber nicht der einzige. 19 Die Offset-Faksimilierungstellt eine etablierte und neuerdings verbesserte Technik dar, undmit ihrer Hilfe lassen sich als Faksimiledrucke vorzügliche Re-plikate herstellen. Nachdem die Springflut der Reprints verebbt ist,böte es sich an, darüber nachzudenken, wie die geisteswissen-schaftliche Literaturversorgung durch ein von den Bibliothekenselbst aufgestelltes und nach ihren Erfordernissen dimensioniertesNachdruckprogramm von viel benötigter und daher gefährdetergeisteswissenschaftlicher Quellenliteratur verbessert werden könnte.Als ein kooperatives Unternehmen unter Einbeziehung auslän-discher Bibliotheken, denen es vielfach an seltener deutscherLiteratur mangelt, ließe sich - vielleicht mit Unterstützung for-schungsfördernder Institutionen - ein solches Programm voraus-sichtlich kostengünstig realisieren.
WM