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zum Teil noch hinter die musealen Bewahrungsformen zurück-führen. Diese neue, eindeutig ,bestandsorientierte' Einstellung derBibliotheken ist zwar nicht leserfeindlich, bedeutet aber für denBenutzer in zahlreichen Fällen eine Erschwernis.
Langfristig gesehen, ergeben sich zwei Auswirkungen. Einmalmarkiert die unerwartete Inanspruchnahme der historischen undmodernen Bestände in ihrer ganzen Breite den Anbruch einer neuenEpoche der Bibliotheksbenutzung. In Zukunft müssen die Bi-bliotheken nicht nur mit einer massenhaften Benutzung, sondernauch mit einer intensiven, bisweilen sogar rücksichtslosen Aus-nutzung ihrer Sammlungen rechnen. Sie können in Zukunft nochweniger als in der Vergangenheit darauf vertrauen, daß ihre Leserim Hinblick auf die Bestandserhaltung qualifizierte Benutzer sind.Gleichzeitig ist deutlich geworden, daß der legitime Anspruch derForschung auf den Zugang zu ihren Quellen größer ist, als seitensder Bibliotheken früher angesetzt wurde. Damit hat sich dasVerhältnis des Benutzers zur Bibliothek verändert, und es wirdunmöglich sein, zu den Verhältnissen vor der Expansion desWissenschaftsbetriebes zurückzukehren.
Zum anderen hat der Ansturm auf die Bestände und der teilweisebedenkenlose Gebrauch ein neues Verantwortungsbewußtsein er-zeugt, das weit über den unmittelbaren Anlaß hinausreicht. Überallbricht sich der Gedanke Bahn, daß man es in den Büchersamm-lungen mit einem Segment der kulturellen Überlieferung zu tun hat,das ebenso erhaltungswürdig und schutzbedürftig ist wie anderehistorische Denkmäler. Das heißt nicht, daß eine Verwandlung derBibliotheken in Buchmuseen angestrebt werden sollte oder an-gestrebt werden könnte. Es bedeutet jedoch, daß der freizügige undgedankenlose Umgang mit historischen Buchbeständen endgültigder Vergangenheit angehört.
Die Aufgabe der Zukunft besteht darin, ein neues Gleichgewichtzwischen der Forderung nach der Verfügbarkeit und der Forderungnach der Erhaltung der historischen Buchbestände zu finden. DieBibliotheken selbst haben die Öffnung und die Konservierung vonBeständen gleicherweise zu ihrem Ziel erklärt. Die InternationalFederation of Library Associations (IFLA) setzt sich seit geraumer
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