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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
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In der Notwendigkeit des Neuansatzes tritt der utopische Charakterdieser Verbesserungsmöglichkeit zutage. Schon die Kumulation derRegionalen Zentralkataloge, die wahrscheinlich nur eine Vorstufezu einem Gesamtkatalog ergeben würde, ist ein technisch undorganisatorisch so aufwendiges Unternehmen, daß das Projekt,obwohl es in einer den Versuch herausfordernden Form präsentiertwurde, 9 bislang nicht weiter verfolgt worden ist. Die wenigeraufwendige Publikation der Zentralkataloge in ihrer separaten Formbietet, obwohl in Teilverfilmungen sinnvoll und zweckentspre-chend, nach einem Gutachten der Deutschen Forschungsgemein-schaftkeine Alternative zu einem Deutschen Gesamtkatalog". 10

Der Katalogisierungsaufwand für einen modernen Ansprüchengenügenden nationalen Zentralkatalog läßt sich an wenigen Zahlenermessen. Es müßten mindestens dreißig Millionen Titel neuaufgenommen werden. Bei einer täglichen Leistung von zehn Titelnund 250 Arbeitstagen im Jahr (in Anbetracht der Schwierigkeitender Aufnahmen historischen Materials wohl realistische Zahlen)wären für die Katalogisierung 12.000 Mannjahre erforderlich. Esbedarf keiner weiteren Berechnungen. Selbst wenn die Geldmittelzur Verfügung ständen, fehlte es an qualifiziertem Personal für dieAufarbeitung gerade jener historischen Bestände, die einen be-trächtlichen Teil des Literaturreservoirs ausmachen.

Damit scheiden die theoretisch als optimal anzusehenden Lösungen- Zentralbibliothek und Zentralkatalog - für eine Verbesserung derLiteraturversorgung der geisteswissenschaftlichen Forschung in derBundesrepublik aus. Die Realitäten von morgen werden daher,selbst wenn sich erhebliche Veränderungen des jetzigen Zustandeserzielen lassen, durch zweitbeste Lösungen gekennzeichnet sein.

tm

III

Aus den bibliotheksimmanenten Entwicklungen eines Jahrhundertsund aus den politischen Rahmenbedingungen der föderalistischenStaatsform ergibt sich, daß das in der Bundesrepublik alleinrealisierbare Modell für die Literaturversorgung der geisteswis-senschaftlichen Forschung in seiner Grundstruktur dezentral blei-

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