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de Eppelsheimers Memorandum 1949 mit einem Gegenentwurf ausder Feder des Hamburger Bibliotheksdirektors Hermann Tiemannkonfrontiert. 7 Tiemann lehnte die zentrale Bibliothek als unklaresKonzept rundweg ab. „Er verneinte die Notwendigkeit oder auchnur Erwünschtheit dieser Neugründung aufgrund einer Analyse derhistorischen und kulturpolitischen Situation des deutschen Biblio-thekswesens und eines Vergleichs mit außerdeutschen Bibliotheks-verhältnissen."
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Gegen den Gedanken der nationalen Repräsentanz und der Kon-zentration von Ressourcen stellte Tiemann „den Vorzug des Reich-tums in der Vielfalt und der Mannigfaltigkeit in der individuellenGestaltung..., durch den es möglich gewesen ist, das wissenschaft-liche Leben in Deutschland auf eine breitere Basis der Forschungund Lehre zu stellen und wirkungsvoller in seine Glieder zulenken". Vorrang müsse der „kulturelle Aspekt" haben, „der dieEigenart des gewachsenen wissenschaftlichen Lebens, seine Ge-schichte sowohl wie seine heutigen Bedürfnisse berücksichtigt".Gerade auf einem so „traditionsgebundenen Fachgebiet" wie demBibliothekswesen dürfe „der ,Gründerfimmel'... so wenig wiemöglich sein Unwesen treiben".
Das Alternativkonzept empfahl „den Weg der Dezentralisation, wieer nach dem Ersten Weltkrieg beschritten wurde, bei gleichzeitigeinheitlicher Planung und Lenkung. Das System der Vororte [dasheißt: Sammelschwerpunkte] mit einigen wenigen Hauptbiblio-theken, das der geschichtlichen Entwicklung unserer in bestimmtenTraditionen gewachsenen Bibliotheken gerecht wird, muß stärkerausgebaut werden. Aus diesem Grunde sei „die Frage der Neu-gründung einer Zentralbibliothek... aus historischen und kultur-politischen Erwägungen abzuwandeln in die Frage nach einerzentralen Lenkung der ausländischen Literatur mittels einzelnerzentraler Organe in bestimmte alte Institutionen der Länder".
Aufgrund dieses Votums entstand 1949 ein Sondersammelgebiets-plan, der von der damaligen Notgemeinschaft der deutschenWissenschaft übernommen wurde. Dieser „Verteilungsplan", dersich in seiner frühen Form auf die Geisteswissenschaften wie aufdie Naturwissenschaften erstreckte, vermied auch den geringsten
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