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Weltkrieges kam so gut wie keine ausländische Literatur nachDeutschland. Der Bedarf erstreckte sich also nicht nur auf aktuelle,sondern auch auf weiter zurückliegende Literatur. Die Ergänzungwar nicht nur aus finanziellen Gründen unmöglich. Zum Nicht-können war, so eine bibliothekarische Stimme im Jahre 1922, „dasNichtkennen getreten. Die Bibliotheken stehen der Tatsache ge-genüber, daß seit 1914 (im Allgemeinen) keine Auslandsliteraturmehr erworben wurde. Dieses Negativum aber auszufüllen, dazufehlen ihnen nicht nur die Gelder, sondern auch die speziellenKenntnisse darüber, was denn eigentlich inzwischen das Auslandan Literatur hervorgebracht hat." 67
Entscheidende Hilfe für die Bibliotheken kam von der neuge-gründeten Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft. 68 Siestellte Mittel vor allem für die Schließung von Lücken bei Zeit-schriften bereit, später auch für die Beschaffung monographischerLiteratur. Die finanziellen Zuschüsse gingen vornehmlich an diePreußische und an die Bayerische Staatsbibliothek. Die bereitsbestehenden und einige neu geschaffene Sondersammelgebietewurden erst in zweiter Linie bedacht. Die eindeutige Bevorzugungder beiden Großbibliotheken geschah im Interesse der Forschung.„Es ging," so der Historiograph der Notgemeinschaft, „um dieFörderung der Forschung, und vom Forscher aus gesehen ist esbesser, er kann mit einer leidlichen Vollständigkeit bei zwei großenBibliotheken rechnen, als daß aus falschem Gerechtigkeitsgefühldie Mittel auf alle Bibliotheken aufgesplittert werden und derForscher nun nicht mehr weiß, wohin er sich zuerst wenden soll unddabei doch sicher ist, überall weiterhin auf große Lücken zustoßen." 6 9
Die Einsparungen, zu denen die Notgemeinschaft durch dieVerknappung von Mitteln gezwungen war, trafen vor allem dasBibliothekswesen. Die anfangs beachtlichen Beträge für die Be-schaffung ausländischen Schrifttums wurden zunehmend reduziert.Seitens der Notgemeinschaft wurde die Förderung der Bibliothekenals Ländersache betrachtet, und seitens der Reichskanzlei war mander Auffassung, „auf dem Gebiet des Bibliothekswesens könne dieNotgemeinschaft immer noch sparen, ohne daß die Wissenschafternsthaft Schaden nehme." 70 In der politisch zugespitzten Situation
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