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Buch, Bibliothek und geisteswissenschaftliche Forschung : zu Problemen der Literaturversorgung und der Literaturproduktion in der Bundesrepublik Deutschland
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beschreiben läßt, ist in Wirklichkeit ein ebenso aufwendiges wieschwieriges Verfahren.

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Wenn sich Wissenschaftler zur Praxis der Forschung äußern (sie tundies selten), dann fast immer in Formulierungen, die das Gegenteilvon dem offenbaren, was landläufig unter Forschung verstandenwird: ein ebenso gesichertes wie konsequentes Vorgehen.

Wenn ein Physiker ein Experiment plant, dann beginnt er mit etwas, was - ähnlicheinem Traum - nicht realistisch ist, auch nicht sehr konkrete Formen hat, aber wasfür ihn die Summe des Wünschbaren und vielleicht Möglichen darstellt. Er beginntmit einer Utopie. Vor der Ausführung muß er noch einmal denken, vorsichtig,realistisch; vieles wird nicht oder noch nicht möglich sein, und bei den Versuchenwird sich wieder viel ändern. Trotzdem ist die Utopie eine ganz wichtige Stufe.

So der Physiker Heinz Maier-Leibnitz als Präsident der DeutschenForschungsgemeinschaft. 15 In seiner Historik (1868) schrieb JohannGustav Droysen:

Mit der historischen Frage haben wir nur erst eine Möglichkeit, einen Schimmer inunserer Seele, eine Hoffnung. Es handelt sich darum, ob es sich wirklich so verhält,wie wir fragend ahnten, ob es sich beweisen läßt. Man wird darangehen, die dazunötigen Materialien zu suchen, für diese Frage zu durcharbeiten, zu sehen, ob sichder Gedanke bewährt, den wir ahnten. Und wie er sich immer tiefer entwickelt,immer feiner bestimmt, so verändert er sich selbst. Man ist in Gefahr, ihn unter denHänden zu verlieren oder sich zerbröckeln zu sehen. 16

Hypothese und Frage haben demnach für umrißhafte Entwürfe zugelten, für subtile Konstrukte, deren Herkunft und Eigenart sichweniger einer logischen als einer psychologischen Analyse er-schließen. 17 In ihrer Ausarbeitung verquicken sich Methodik undIntuition, Überlegung und Phantasie in unauflösbarer Weise. Nichtvon ungefähr wird in den Naturwissenschaften wie in den Gei-steswissenschaften der ,Kunst'-Charakter der Forschung betont. Soetwa von dem englischen Pathologen W.I.B. Beveridge in The Art ofScientific Research 18 und von dem amerikanischen Literaturwis-senschaftler Richard D. Altick in The Art of Literary Research ^Beide betonen, obwohl auf verschiedene Art, persönlichkeitsge-bundene Elemente im Forschungsprozeß.

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