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<2> (1922)
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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

Bei dem schwäbischen reichsfürstlichen Stifte Buchau warich noch zu vorsichtig gewesen (oben S. 390), wenn ich nurvermutungsweise es als freiherrlich bezeichnete; inzwischenhabe ich auf Grund der Stiftsarchivalien festgestellt, dass dasStift edelfrei war und bis zu seinem Ende blieb, ja dass dielängst in den Hochadel eingerückten benachbarten Königseggund Stadion erst im 18. Jahrhundert Aufnahme fanden *).

Für das elsässische Erstein gibt der Chronist Königshofenden edelsten Charakter mit klaren Worten an 2 ).

Das im Paderbörnischen gelegene Stift Neuenheerse (ge-stiftet 868) hatte während des ganzen Mittelalters fast nurhochadlige Aebtissinnen, bis 1385 auch das 837 begründeteBöddecken 3 ). Neuenheerse hat im Mittelalter nur einen un-bedeutenden Anteil von Kanonissen aus niederadligem Blute,der stärker in Böddecken hervortritt, wo allerdings aus derfrüheren Zeit fast keine Nachricht vorliegt. Beide Familien-stiftungen mögen um 1200 völlig edelfreie Anstalten ge-wesen sein.

Bei Hohenburg (Odilienberg) liegt der ältere Charakternicht klar zutage; aber wenn der Auszug der Vita in einerBerner Handschrift des 11. Jahrhunderts sagt:Confluebantergo ad eam virgines nobiles non paucae" 4 ), so kommt dieVermutung edelfreien Standes. Herzog Friedrich von Schwabenhatte das Stift beinahe zerstört. Sein Sohn, König Friedrich Inahm sich um so mehr seiner an, er machte es zum staufischenHauskloster, und daher kommt es wohl, dass die Aebtissinals Reichsfürstin galt. Er holte dazu aus dem Bistum Eich-

J ) Vgl. Mitteil. d. Inst. f. österr. Geschichtsf. 34, 53.

2 ) Vgl. ebenda 34, 46, wo auch ein Beleg von 1551 angegeben ist.

a ) Vgl. Henke, Die ständische Verfassung der älteren Stifter undKlöster in der Diözese Paderborn, in Zeitschr. f. vaterl. Gesch. u. Alter-tumskunde Westfalens 70, 2, 164. Zur Kritik vgl. Der seh in derZeitschriftWestfalen" 4, 8890.

*) M. G. SS. R. Merov. VI, 29, 16. In der Vita selbst (um 900)c. 21 (ebenda 48, 19) wird die heilige Odilia, die Tochter eines Herzogs,angeredet: ,Domina, nobilitatem vestram celare nequeo'.