6 A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.
um 1200 ist der Bestand an Familien bei Forst 70 (bei mir78), 1300: 45 (29), 1400: 26 (15), 1500: 14 (10); 1600: 8 (8),1700: 6 (4). Was für uns bedeutsam bleibt, der Schwund derGeschlechter ist bis 1400 ein schneller 1 ). Die zukünftigeForschung wird sich zunächst immer an Forst zu wenden haben,wenn ich auch nicht jeden Satz unterschreiben würde. Esmag dabei jeder bedenken, dass meine mühseligen Unter-suchungen nur ein notdürftiges Gerüste liefern sollten undkonnten und einen Streifzug in das Gebiet der Genealogiebilden, die bei Forst im Mittelpunkte steht. Forst läuft auchGefahr, landsässige Edelfreie, die Nachkommen alter freiermilites zu übersehen, eine Gefahr, die der Verfassungshistorikerzu beachten hat. Der Genealoge hat das Interesse Forsts, erwill die Zahl der vorhandenen Agnatenverbände wissen, derSozialhistoriker muss ein anderes Ziel verfolgen, er will fest-stellen, wie viele selbständige hochadlige Familien bestehen.Wenn Forst z. B. als Nachkommen Adolfs von Berg 1056/58die Grafen von Berg, Altena, Isenberg, Limburg, Mark, Cleve,Arenberg und die Herren von Holte zusammenbringt, so istdas genealogisch sicher hoch wertvoll, aber sozialgeschichtlichist es doch allein von Wert, zu wissen, dass im 13. Jahr-hundert die Häuser Altena, Isenberg, Holte und Mark neben-einanderstehen. Ebenso bringt er z. B. die Edelherren von Ar-dey, Dolberg und einen Edelherrn von Volmarstein (nicht dieministerialischen) zusammen.
Ebenso schwer wie Agnatenverbände nachzuweisen sind,ist es, für diese Zweigfamilien die tatsächliche Selbständigkeitzu erweisen, aber wenn eine sich ständig nach einer Burgnennt, so ist eben die Selbständigkeit gegeben. Eine völligfehlerfreie Statistik ist in dem einen wie dem anderen Falleauch dem sorgsamsten Forscher unmöglich.
') Die Unterschiede erklären sich zum Teil aus verschiedener Be-grenzung der Gebiete, zum Teil habe ich Ministerialen auf Grund zweifel-hafter Beweise zu Freiherrn gemacht.