Druckschrift 
Die Büchererwerbungen der Kölner Stadtbibliothek
Entstehung
Seite
41
Einzelbild herunterladen
 

h

*\

\S

41

dem Vorbilde anderer grösserer Verwaltungen entsprechend zugestalten, andererseits durch den Hinweis auf die Thatsache,dass für die Behandlung von Büchern und Kunstgegenständen-beide als Kaufobjekte betrachtet ganz verschiedenartige Bück-sichten massgebend sind 1 ). Ein Kunstwerk ist in den meistenFällen ein Unikum, ein Buch in der Begel eines von zahlreichenganz gleichen Exemplaren der Auflage; beim Kunstwerke trittder Kunstwert oder auch der kunstgeschichtliche Wert fürdie Beurteilung in erste Linie, beim Buche tritt dem wissen-schaftlichen Werte die Wahl des behandelten Gegenstandes alsgleichberechtigter Faktor zur Seite ; eine Bibliothek muss sogareine Menge von Sachen, die des wissenschaftlichen Wertesermangeln, sammeln, weil sie gedruckt sind und weil sie, wieoben 2 ) ausgeführt wurde, in ihrer Gesamtheit ein Bild der litte-rarischen Produktion gewisser Zeiten, Gegenden oder Kreisebieten sollen. Man sieht, es handelt sich bei Anlage und Weiter-entwickelung von Büchersammlungen meist um möglichst voll-ständige Beschaffung ganzer Litteraturzweige mit innerem Zu-sammenhange ; es würde demnach, wenn der Vergleich zwischenMuseum und Bibliothek gelten soll, dem Kunstwerke nicht eineinzelnes Buch, sondern eher eine geschlossene Gruppe vonBüchern gegenüberzustellen sein, über deren Zusammen-setzung erhebliche Zweifel meist nicht bestehen. Bei einemKunstgegenstande endlich wird, abgesehen etwa von einembesonderen historischen oder Affektions-Interesse, lediglich durchdie subjektive Wertschätzung, welche ihm vom Künstler, vonSachverständigen oder Kunstliebhabern in jedem einzelnen Fallezu Teil wird, auch sein Geldwert bestimmt; ein Buch hat einen

*) Bibliotheken und Museen sowie die Thätigkeit der bei ihrer Ver-waltung mitwirkenden Kommissionen zum Vergleiche heranzuziehen, lagnahe, da es sich für Köln in beiden Fällen um städtische Anstaltenhandelt.

2 ) Vgl. S. 14 ff.