fer Besitzvermerk angegeben ist.) - Leichte Schäden durch Wurmfraß. Rot rubriziert,mit blauen Lombarden.
Prov.: 1. Theodericus de Busco (Eintragung im Vorsatz als Schenker an den Besitzer2). - Dietrich von Busco, auch von Baerdwijck (Bardwick) genannt, wurde im Oktober1453 unter dem Rektorat des Jakob Seger von Bonn an der Kölner Universität imma-trikuliert. 1456 wurde er zum Magister Artium und 1481 zum Licentiaten der Theolo-gie promoviert. Seit 1460 war er mit einer Unterbrechung um 1477 Mitglied der Mon-tanerburse und wurde dort Regens secundarius. Am 20. Dezember 1485 wurde er imAugustinerkonvent zum Rektor der Kölner Universität gewählt (Amtszeit bis Juni1486). Er starb am 23. Mai 1507. Dietrich von Busco muß zum "harten Kern" derzahlreichen Kölner Professoren gerechnet werden, die voll in der scholastischen Tradi-tion standen. Als Mitglied der Bursa montis ohnehin zu einer solchen Grundeinstel-lung prädestiniert, vermachte er testamentarisch - um seine in der Lehre vertreteneÜberzeugung noch einmal zu bekräftigen - der Artistenfakultät einen "pretiosum tape-tum contextum" mit den Bildnissen des Albertus Magnus und Thomas von Aquin.Dieser Wandbehang sollte nach dem Willen des Stifters bei Prüfungen hinter dem Pro-motionskatheder aufgehangen werden! Neben einer bedeutenden Stiftung für das Spitalder Artistenfakultät ("Zur roten Pforte") erscheint im Testament u.a. eine Verfügungfür die hier unter 2 genannte natürliche Person. Diese wird ausdrücklich als Erbe vonBüchern genannt. (Mit Titel wird die Sammlung der Väterhomilien des Paulus Diaco-nus erwähnt, wahrscheinlich = VK 900, die nicht in die Düsseldorfer Inkunabel-sammlung gelangt ist.) 2. Andreas Herll Baerdwijk (Besitzeintragung im Vorsatz),Neffe von 1. A. Herll stammte nicht wie sein Onkel aus s'Hertogenbosch, sondernscheint in Lüttich geboren zu sein. 1493 wurde er in Köln immatrikuliert, 1496promovierte er zum Magister Artium, 1504 zum Lizentiaten der Theologie. Bemer-kenswerterweise führt er in der eigenhändigen Eintragung im vorliegenden Bd. nichtden Lizentiatentitel, den er seinem nicht mit Verwandtschaftsgrad bezeichneten Onkelbeilegt, sondern nur den Magistertitel. Dies könnte bedeuten, daß der vorliegende Bd.nicht mit dem Testament in Herlls Besitz gelangte, sondern ein vor 1504 von 1 erhal-tenes Geschenk darstellt, eine Vermutung, die sicher nicht zwingend ist.) AndreasHerll wurde 1499 Mitglied der Montanerburse. Er folgte 1507 seinem Onkelunmittelbar im Amt des Regens secundarius nach. 1526 resignierte er in dieser Stel-lung, blieb aber bis zu seinem Tode Mitglied der Burse. Am 20. Dezember 1525wurde er wie sein Onkel genau vierzig Jahre zuvor zum Rektor der Kölner Universitätgewählt (Amtszeit bis Oktober 1526). Herll wurde 1525 Priesterkanoniker an St. Ur-sula, 1533 erlangte er ein Kanonikat an St. Gereon. In der Folgezeit erscheint er häu-figer in Urkunden als Zeuge oder Executor gemeinsam mit dem dortigen ScholasterJohannes Gropper. Es war Andreas Herll, der später den so folgenreichen Kontakt derersten in Köln erschienenen Jesuiten mit Gropper vermittelte. Als Gastgeber und Gön-ner des Petrus Canisius und des Petrus Faber kann Herll als einer der Kölner Profes-soren gelten, die die Traditionen der Kölner Scholastik in die beginnende nie-derrheinische Gegenreformation einbrachten. Er starb am 10. Mai 1556, nach der
176