Nach einer Unterbrechung von etwa einem Jahrzehnt wurden in den 50er und 60erJahren noch einmal Eintragungen in diesen unfertigen Katalogisaten vorgenommen,und zwar von Dr. Elsbet Colmi (1907-1968), die seit 1949 in der Landes- undStadtbibliothek tätig war. Da Elsbet Colmi aber ihr Augenmerk in besondererWeise auf die Drucke des 16. Jahrhunderts richtete - in dieses Forschungsgebietfiel auch ein Teil ihrer wissenschaftlichen Publikationen -, waren ihre weiterfüh-renden Arbeiten am Nörrenberg-Reuterschen Inkunabelkatalogkonzept auf lediglichsporadische Ergänzungseintragungen und gelegentliche Verbesserungen in den Be-merkungen ihrer beiden Vorgänger beschränkt.
Zwar fand die Arbeit am von Constantin Nörrenberg initiierten Hauptunternehmenmit dem Tode von Elsbet Colmi ihr endgültiges Ende, doch ein von ihm begonne-nes Druckerregister zu den Inkunabeln wurde durch Anita Benger, einer noch heutein der Bibliothek tätigen Kollegin, und Hildegard Fohl (1906-1991) fortgeführt,und zwar als Bestandteil eines neu konzipierten Druckerkataloges, der alle Biblio-theksbestände mit Erscheinungsjahr vor 1700 erfassen sollte. Seit 1957 wurdeaußerdem durch Anita Benger und Hildegard Fohl für eine beträchtliche Anzahlvon Düsseldorfer Inkunabeln (ca. 460) eine "normale" Titelaufnahme nach denNormen der "Preußischen Instruktionen" erstellt mit dem Ziel, die Inkunabeln fürden Benutzer wenigstens im alphabetischen Gesamtbestandskatalog nachzuweisen.
So wird man zusammenfassend sagen können, daß vor Erstellung des vorliegendenInkunabelkatalogs der Wiegendruckbestand der Universitäts- und LandesbibliothekDüsseldorf für die normale wissenschaftliche Nutzung weitgehend unerschlossenwar. Die 1982/84 beginnenden Erschließungsarbeiten, die dann zum DüsseldorferInkunabelkatalog führten, mußten aber keineswegs am Nullpunkt beginnen.