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Siegeln vom Kaiser und von den Kurfürsten. Ja, es erschienennun Vertreter von Stift und Stadt zur Krönung in Frankfurtoder anderswo, sie brachten ja einige bei der Krönung ver-wendete Gerätschaften. Sie waren nicht gewichtig genug, umeinen Strike wagen zu können; es hatte sich ja auch ein schierunglaublicher Irrtum auf der Aachener Seite entwickelt. Manhatte ja die Insignien Richards wie seine Urkunde noch inAachen, aber man glaubte, daß die von den Nürnbergerngebrachten und wieder mitgenommenen Kroninsignien dieRichardischen seien und protestierte nun dagegen, daß „widerVerhoffen" die Herren von Nürnberg solche Insignia, die dochnur Aachen gehörten, wieder zu sich genommen hätten. Jawäre es nur auf die Kraft der Richardischen Insignien an-gekommen, so hätten sich die Aachener Herren nicht aufregenbrauchen, die lagen bei ihnen hinter Schloß und Riegel. Mitsauersüßen Mienen saß nun in Frankfurt, Augsburg oderRegensburg die Aachensche Gesandtschaft beim Krönungs-mahle und brachte wohl gar ein Zeugnis des Magistrats vonFrankfurt heim, daß bei der diesmaligen Krönung die AachenerGesandtschaft an dem Kopfe des Tisches der drei oder vierbeglückten Reichsstädte gesessen habe 1 . In die Stimmung derFrankfurter Krönung paßten die Aachener Vertreter vortreff-lich ; denn jedermann — vom Kaiser angefangen — wollte imGrunde seine Privilegien erhalten, ja wenn möglich erweiternund seine Unabhängigkeit besser sichern. Eifersucht, Berech-nung, Eigenliebe treibt die Vertreter dorthin, nicht die Hingabean Kaiser und Reich, nicht eine tiefe Liebe zum Staate. Refor-mieren konnte man das politisch-religiöse Fest nicht; manspielte das alte Stück herunter, wie es überkommen war. Dochschickten viele der Schauspieler Vertreter, so erschien bei keinerWahl und Krönung nach der Rudolfs II. Brandenburg nochpersönlich! Wie hätte sich auch Friedrich der Große der Auf-gabe unterziehen mögen, zu Roß dem Kaiser Waschwasser zubringen und ein Handtuch! Das Reich war eine Ruine ge-worden und das Recht Aachens auf die Krönung eine Fiktion.Wenn man nun von einer Kaiserstadt redete, so war es Wien,nicht eine freie Reichsstadt, sondern die Residenzstadt der