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Kurfürst von Köln, Hermann von Wied, zur linken im Kar-dinalspurpur der Mainzer Albrecht von Brandenburg unseligenAngedenkens. Den Seitenschutz gaben ioo deutsche Tra-banten in Samt und hübschen zerteilten Gewändern gekleidetund ioo Hartschiere. Hinter dem Könige der Gesandte desKurfürsten und Königs von Böhmen, wie es scheint, ein Herrvon Terzka 8 .
Es erschienen dann hoch zu Roß die Gestalten von dreiKardinälen, klugen und einflußreichen Politikern: Lang vonSalzburg, Matthäus Schinner von Sitten und Wilhelm v. Croyvon Toledo, als solcher der unmittelbare Nachfolger des großenKardinals Cisneros de Ximenez. Denen schlössen sich auchdieses Mal Botschafter von Fürsten der Christenheit an. Derpäpstliche Marino Caracciolo und der englische waren zurück-geblieben, weil ihnen der Vorritt vor den deutschen Fürsten-vertretern war abgeschlagen worden. Auch die königlichenRäte hatten hier ihren Platz gefunden, unter ihnen die BischöfeBernhard Cles von Trient — auch er verdient um die WahlKarls, einer der ausgezeichnetsten Männer seiner Zeit —,Pietro Bonomi von Triest und Pedro Ruiz de la Mota vonPalencia, ein einflußreicher spanischer Ratgeber. KöniglicheReiterei, 300 Pferde, machte den Abschluß. Vielleicht 5000 Rei-ter waren vorüber gezogen. Der sorgfältigste Berichterstatterbrachte 4456 Pferde zusammen, ungerechnet 600 weiterer 9 .
Am äußeren Stadttore — es muß doch wohl das Königs-tor gewesen sein 10 — standen zum Empfange das Kapitel desMarienmünsters und die Bettelmönche der Aachener Konventeder Franziskaner, Dominikaner, Augustiner Eremiten und Kar-meliter, wohl auch der Kreuzherren, bereit 11 . Die Kanonikerhatten auch das von zwei Kanonikern getragene Haupt Karlsdes Großen in einer herrlichen Reliquienbüste herbeigebracht.Das Mittelalter scheute auch keine grotesken Zutaten bei einerernsten Feier. So erschien auch eine Kolossalfigur Karls desGroßen mit dem Szepter und dem Modell des Münsters in derHand. Der Träger konnte den Kopf hin und her drehen 12 .Diesen Scherz übersah der ernste Habsburger, er stieg vomRosse, küßte das vom Dekan getragene Kreuz, eine Schenkung