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Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531
Entstehung
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hatte in Italien Besitzungen und Ansprüche. Sein Gut um-rahmte fast die deutschen Territorien von der mittleren Oderangefangen bis zur Nordsee. Ohne Spanien in Deutschlandresidierend, wäre Karl V. Deutschlands Grenzhüter gewordenund Aachen wäre mehr in die Mitte des Herrschaftsgebietesgerückt worden. So umfing seine Macht die Lande des Königsvon Frankreich.

Es war ein warmer, sonniger Spätherbsttag. Das erste,was Karl erlebte, war ein erbitterter noch nicht abgeschlossenerRangstreit. Der Herzog von Jülich verlangte, daß er demköniglichen Zuge voranreite, weil er das Geleitrecht auf derStraße Maastricht-Aachen habe, der Vertreter des Kurfürstenvon Sachsen, Friedrichs des Weisen, der selbst durch Podagra,wofür er doch in Aachen das beste Bad gefunden hätte, be-hindert war, aber beanspruchte als Erzmarschall dasselbeRecht. Der Jülicher Herzog sperrte, an einem Hohlwege sichaufstellend, den Zugang zur Stadt 1 . Schließlich wurde Karl,der sich sonst in Gewalt hatte, zornig und forderte „in allerTeufel Namen" eine Einigung. Es fand sich ein Ausweg: dasFußvolk des Königs, 3000 Mann Armbrustschützen, Helle-bardiere, Landsknechte, sollte hinter einer jülichischen Spitzevoranziehen und die Mannschaft des Jülichers folgen, siesollten gesondert von dem Hauptzuge vorausmarschieren unddie Jülicher stracks durch die Stadt durchziehen, der Vertretervon Sachsen aber den eigentlichen Zug eröffnen 3 .

Noch war diese glückhafte Lösung nicht gefunden, alsdie drei geistlichen Kurfürsten zur Stelle waren. Der Branden-burger Joachim war durch Krieg in seiner Nachbarschaft zukommen verhindert, der Pfalzgraf Ludwig V. kam zu spät.Der König von Böhmen und Ungarn, Ludwig, der Gemahl derSchwester des zu Krönenden, weilte in fernen Landen. Sobalddie „Säulen des Reiches", die dem Könige entgegenritten,seiner ansichtig wurden, ritten sie mit je zwölf auserwähltenBegleitern vor, stiegen von den Rossen, verhinderten aber, daßder König ein gleiches tue. In ihrem Namen sprach der MainzerKurfürst einige lange vorher abgemachte wohlgesetzte Worte,wofür der Kardinal-Erzbischof von Salzburg, der listenreiche