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Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531
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eine transzendentale Verbindung, machte den König zu einemRepräsentanten Gottes, berechtigte ihn zur Herrschaft in derdeutschen Kirche. Das ist der tiefste Sinn der Feier in demMünster von Aachen. In der Kathedrale von Reims und inWestminster war es kaum anders.

So viel mußte ich aus der verwickelten Geschichte desStreites zwischen den höchsten Gewalten in Staat und Kirchehier anführen, um zu zeigen, wie die geistliche Gewandungder Könige und Kaiser zu erklären ist, wie weit sie als Klerikeranzusehen sind.

Bei der Königskrönung blieb der Coronator, der das Volkum seine Zustimmung bat, der Beauftragte des Volkes.

Aus dem Alten Testamente, von den jüdischen Königen,war die Salbung entlehnt. Sie ward zur Herrscherweihe undbei der folgenden Krönung übergab ein Geistlicher die welt-lichen Symbole und führte den König auf den Thron. Auchdiese Akte sind klerikalisiert. Die Weihe brachte das Königtumin transzendentale Verbindungen, heiligte den Herrscher undstellte ihn augenfällig als den von Gott berufenen dar. DieWorte vom Mittler zwischen Klerus und Volk waren nichtwirkungslos, Gregor VII. und seine Nachfolger bestritten das,das deutsche Ritual behielt aber die Worte bei. Der deutscheEpiskopat hatte kein Interesse daran, dieses enge Bündnis mitdem Königtume zu verleugnen; in den Staaten, die die Erblich-keit sich durchsetzen sahen, wurde der Weihecharakter desKönigtums noch mehr betont, der französische König schrittdie Reihen der Skrophelkranken ab, man erwartete von seinergeheiligten Person Wunder und ebenso in England. In einemWahlreiche konnte sich das nicht entwickeln. Von der Salbungaus waren Krönung und Thronsetzung unter die Hände derGeistlichkeit gekommen und blieben es auch, als fast das halbedeutsche Reich nicht mehr katholisch war.

So war der König mehr als ein Laie, er war ein Klerikergeworden und es doch nicht geworden, er trug geistliche Ge-wandung unter dem Schwerte und unter dem Szepter und derKrone, er war Kanoniker eines Stiftes und hatte doch nichteinmal die niedrigste Klerikerweihe. Er verband in sich, was