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Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531
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Und wiederum eine andere Szenerie. Kaiser Friedrich II.ist vom Konzil abgesetzt, sein 1222 im Alter von 11 Jahren zuAachen gekrönter Sohn Heinrich VII. ist in der Gefangenschaftdes Vaters gestorben, seine zwei Jahre nach ihm auf dem großenHoftage zu Aachen gesondert (März 1227) gekrönte GemahlinMargarete, des Herzogs Leopold von Österreich Tochter, dieälter war als ihr Gatte, hatte ihren Aufenthalt in Trier undWürzburg als Dominikanerin beendet und war in ihre Heimatzurückgekehrt, ihres Gatten Bruder Konrad zwar zum Königegewählt, aber nicht gekrönt, die kirchliche Partei, wiederumgetragen von den Fürsten des Niederrheins hat den GrafenWilhelm von Holland zum deutschen Könige erkoren. Wennauch fast von Gegnern umgeben, hielt Aachen dem Kaiser dieTreue, ertrug 6 Monate eine Belagerung, da aber friesischeKreuzfahrer einen Damm von 40 Fuß Höhe vor der Stadtbauten, den Abfluß der Aachener Quellen sperrten, so daß einDrittel der Stadt überschwemmt war, und der Hunger das Letztetat, mußte die Stadt sich ergeben und der Graf von Hollandkonnte nun gekrönt werden (1. Nov. 1248).

Blicken wir zurück. Aachen sah in friedlichen Zeitendie Krönungen von Jünglingen und Kindern, die kaum einestarke Erinnerung daran haben konnten, was ihnen in ihremvierten Lebensjahre geschehen war. Sanfte Feste ohne Hastund ohne Sorgen, bei denen die Kinderfrau hinter einem Pfeilerversteckt zuschaute. Und dann kommt die Zeit, da zwei Er-wählte um Aachen ringen und ringen müssen. Aachen istbefestigt und die Bürger müssen in den schwierigsten staats-rechtlichen Fragen Stellung nehmen und zwar sofort. Be-lagerung reiht sich an Belagerung. Das überlieferte Rechtwürde der Stadt eine schwere Last geworden sein, wenn nichtjeder, der auch nach langen Kämpfen die Krone gewann, diePrivilegien für Aachen freudig erneuert hätte. Das waren Festemit leidvollem Beigeschmack. Der eidvergessene Bürger warvielleicht der Sieger und der getreue hörte vielleicht verwundetdem Jubel jener zu. Eine harte Seelenprobe. Doch war es denBürgern und Dienstmannen gegenüber für den König dasklügste, sie durch Milde zu fesseln.