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Heinrichs II. (1002) den entscheidenden Einfluß bei der Kur,und wohl mit ihm zogen Bischöfe und Äbte in die Wahlhand-lung ein. Das war begreiflicher als in Frankreich; denn dieOttonen hatten den deutschen Bischöfen staatliche Rechte undPflichten in Hülle und Fülle übertragen, des Reiches Verwal-tung stützte sich in hohem Maße auf die Reichskirche. DerMainzer aber gewann zu dem Anteil an der Krönung für seinenErzstuhl dauernd die Leitung der Königswahl. Dazu hatte erdie weitaus größte Kirchenprovinz unter seiner Leitung, warer der Nachfolger des hl. Bonifatius, als Erzkanzler für dasgesamte deutsche Reich stand er an der Spitze der Kanzleimit dem Titel eines Erzkapellans. Welch eine Stellung! DerErzbischof von Mainz war das Band geworden, um die durcheinen Todesfall des Herrschers beendete Regierung mit derfolgenden zu verbinden. Von einem interrex, einem Zwischen-könige zu reden wäre freilich zu weitgehend.
Das Recht der Krönung verblieb aber nicht dem Mainzer.Es ist der Stolz des Rheinlandes gewesen, daß an diesem Strome,in jenen Zeiten der Lebensader des Reiches, die Metropolitan-bezirke von Köln und Trier sich folgten, dann Mainz, der Sitzdes vornehmsten deutschen Erzbischofs. Bei der KrönungOttos I. erhob, wie Widukind überliefert, der Trierer den An-spruch, die kirchliche Handlung zu vollziehen, weil Trier dieälteste Bischofskirche sei und gleichsam noch vom hl. Petrusherrühre; vielleicht betonte er auch den Primat der lothringi-schen Kirche und die Erzkanzlerwürde im gewesenen ReicheLothringen. Der Kölner führte schwere Gründe für sich insFeld. Weil Aachen in seinem Metropolitanbezirke liege, seier zuständig, und nach den kirchlichen Rechten war das schwerzu beseitigen. Für diesen Fall gaben die beiden dem Mainzernach wegen des Ansehens seiner Person. Wer Otto II. 961 undOtto III. 983 in Aachen zu Königen krönte, wissen wir nicht.Heinrich II. und Konrad II. (1024) wurden in Mainz vom Main-zer gekrönt. Aachen, das eben noch Otto III. außerordentlichbegünstigt hatte 11 , schien als Krönungsstätte in Vergessenheitzu geraten, aber der Mainzer Erzbischof Aribo, ein Baier, derso vieles erreicht hatte, dem auch eine päpstliche Urkunde von