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Die Kaiser- und Königskrönungen zu Aachen 813 - 1531
Entstehung
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Aber zwei Ursachen verhinderten die Konsequenz. Esist immer ein gewagter Schritt, wenn man seine Rechte durcheinen anderen verbürgen läßt. Man erhöht zwar für die Gegen-wart die Sicherheit des Besitzes seiner eigenen Rechte, ver-mindert aber für die Zukunft die seiner Erben. Man darf dierechtsbildenden Handlungen nicht durch andere verdunkelnlassen. Die deutschen Staatsleiter haben diese Lehre leider oftvergessen. Indem Ludwig der Fromme sich noch einmal vomPapste zum Kaiser krönen ließ es geschah durch den überdie Alpen gekommenen Papst Stephan IV. 816 zu Reimsund ebenso sein Sohn Lothar zu Rom 823 am Ostertage nocheinmal in St. Peter vor dem Altar des Apostelfürsten vomPapste geweiht, gesalbt, gekrönt und mit dem Namen einesAugustus und Imperator begrüßt wurde, kehrte das Recht zurKaiserkrönung von Aachen nach Rom zurück und ging vomKaiser an den Papst über. Die Kaiserkrönung zu vollziehen,ward ein Recht des Papstes, der schon bald auch mituntereinen Einfluß auf die Auswahl des Kaisers geltend machenkonnte. Rom hatte sich gegen Aachen behauptet, dieses warnicht mehr das, was einst Trier gewesen war, die Kaiser-residenz, der Ort der Kaisererhebung. Die Weltgeschichtenahm einen anderen Lauf, weil die Karlingischen Herrschernicht an der ausschließlichen Gewalt über die Kaisererbfolgefesthielten oder vielmehr festhalten konnten.

Im Reiche Karls des Großen war Aachen fast der Mittel-punkt. Dicht an der Grenze des Romanischen auf deutschemSprachgebiete gelegen, verkörperte es die Wesenheit deskarlingischen Hauses. Karl der Große, obwohl der romani-schen Sprache mächtig, fühlte sich als Deutscher; er hattein seiner Brust einen stärkeren nationalen Sinn als seineZeitgenossen und als die Erben seines Königtums. Die Dich-tung und der politische Sinn der Franzosen machte aus ihmeinen Charlemagne; wer aber die Lieder seines Volkes sammelt,die Grammatik seiner Muttersprache beginnt, wer bewußt dieTracht seines Volkes anlegt, der beweist das geschärfte Na-tionalgefühl eines Grenzbewohners 2 . Er war ein Deutscheran der Spitze eines Staates, der an sich nationale Gegensätze