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1 (1877)
Entstehung
Seite
527
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Die Gränzen der Staatsgewalt. W. v. Humboldt. 527

wir hinzufügen, dass das Ziel, das er vor Augen hat, trotzaller der Verheerungen, die er auf dem Wege zu dem-selben vollbringen muss, gleichwohl ein ideales ist. Esist nicht der platte nüchterne Egoismus, dem er damitfreie Bahn zu schaffen gedenkt, sondern die Freiheit alsMittel zur höchsten und harmonischen Entwicklung allerKräfte des Menschen. »Das, worauf die ganze Grösse desMenschen zuletzt beruht, wonach der einzelne Menschewig ringen muss, ... ist Eigentümlichkeit derKraft und der Bildung. Wie diese Eigenthümlichkeitdurch Freiheit des Handelns und Mannigfaltigkeit desHandelnden gewirkt wird, so bringt sie beides wiederumhervor« (S. 11). »Das höchste Ideal des Zusammenexisti-rens menschlicher Wesen wäre mir dasjenige, in dem jedesnur aus sich selbst und um seiner selbst willen sich ent-wickelte« (S. 13). »Die wahre Vernunft kann dem Men-schen keinen andern Zustand als einen solchen wünschen,in welchem nicht nur jeder Einzelne der ungebundenstenFreiheit geuiesst, sich aus sich selbst in seiner Eigenthüm-Hchkeit zu entwickeln, sondern in welchem auch diephysische Natur keine andere Gestalt von Menschenhändenempfängt, als ihr jeder Einzelne nach dem Masse seinesBedürfnisses und seiner Neigung, nur beschränkt durchdie Gränzen seiner Kraft und seines Bechts, selbst undunwillkürlich gibt« (S. 15).

Von dieser Freiheit hofft er alles. Die Männer, welchein ihrer Schule gebildet sind, werden alles von selbst thun,