312 Kap. VIII. Die sociale Mechanik. 2. Der Zwang.
Jeder, der ihr ein Ende macht, geschehe es wie es wolle,mit Feuer und Schwert, der einheimische Usurpator oderder fremde Eroberer, erwirbt sich ein Verdienst um dieGesellschaft, er ist ihr Retter und Wohlthäter, denn dieunerträglichste Form des staatlichen Zustandes ist immernoch besser als der gänzliche Mangel derselben. Undleicht wird es den Völkern nicht gemacht, aus dem Zu-stande der staatlichen Verwilderung in den der staatlichenOrdnung zurückzulenken, es bedarf der eisernen Faust,um sie wieder an Zucht und Gehorsam zu gewöhnen, derUebergang erfolgt durch die Despotie hindurch, welcheder Willkür der Anarchie die der Staatsgewalt gegen-über setzt. Als das römische Volk in der Periode der Bür-gerkriege Zucht und Ordnung vergessen hatte, erschienendie römischen Cäsaren, um die Staatsgewalt neu aufzurichtenund in ihre Rechte wieder einzusetzen, und der Terroris-mus bestieg mit ihnen den Thron. Die Gräuel und Un-menschlichkeiten , in denen sie sich ergingen, waren nurdie Orgien der ihre Heimkehr feiernden Staatsgewalt, derbluttriefende Beweis, dass sie wiederum zu Kräften ge-kommen sei und keine Macht auf Erden mehr zu fürchtenhabe — erst als der Beweis erbracht war, trat dasMaass ein".
Einen völlig andern Charakter als die Anarchie hat dieRevolution. Aeusserlich darin ihr ähnlich, dass auch sieeine Störung der staatlichen Ordnung enthält, ist sie inner-lich darin von ihr grundverschieden, dass sie nicht die