Das Problem der socialen Mechanik. ]01
Zweck zusammen, und ein einziger Plan regiert dasGanze. Was zwingt die elementaren Kräfte der Gesellschaftzur Ordnung und zum Zusammenwirken, wer zeichnetihnen ihre Bahnen und Bewegungen vor? Die Maschinemuss dem Meister gehorchen, die Mechanik setzt ihn inStand, sie zu zwingen. Aber die Kraft, welche dasBaderwerk der menschlichen Gesellschaft bewegt, ist dermenschliche Wille, jene Kraft, die im Gegensatz zu denKräften der Natur sich allein der Freiheit rühmt, derWille aber in jener Function heisst der Wille von Tausen-den und Millionen von Individuen, heisst der Kampf derInteressen, die Gegensätzlichkeit der Bestrebungen, heisstEgoismus, Eigensinn, Widersetzlichkeit, Trägheit, Schwäche,Bosheit, Lasier. Es gibt kein grösseres Wunderwerk inder Welt als die Disciplin und Bändigung des mensch-lichen Willens, deren verwirklichte Lösung das Wort Ge-sellschaft ausspricht.
Gibt es eine sociale Mechanik des menschlichen Wil-lens ? Gäbe es sie nicht, wer bürgte der Gesellschaft,dass nicht die Kräfte, auf die sie rechnet, einmal ihrenDienst versagton oder eine ihren Zwecken feindseligeRichtung einschlügen, dass nicht der Wille an diesem oderjenem Punkt des grossen Ganzen sich einmal auflehnte ge-gen die Rolle, die ihm gerade da zugedacht ist, unddas ganze Bäderwerk ins Stocken brächte? Vorüber-gehend kommen in der Thal solche Stockungen an ein-zelnen Punkten vor, ja selbst Erschütterungen, welche die