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1 (1877)
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54
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54 Kap. IV. Das Problem der Selbstverleugnung.

Acto der Selbstverleugnung zu vollbringen, muss demEgoisten diis Zugesländniss abnöthigen, dass es noch eineandere Triebfeder des menschliehen Handelns in der Weltgibt als den Egoismus.

Die Sprache bezeichnet die Gesinnung, aus der dieseHandlungen hervorgehen, als Selbstverleugnung: derHandelnde will bei der Handlung nichts für sich, sondernalles nur für den Anderen. Die Möglichkeil eines solchenHandelns steht mit dem Gesetz des Willens, das wir bis-her constalirt haben: dem Zweckgesetz nicht in Wider-spruch; auch die Selbstverleugnung will etwas Zukünf-tiges, sie will es nur nicht für sich, sondern für Andere.Aber in diesem: für Andere liegt die Schwierigkeit! Wernie darüber nachgedacht hat, wird es nicht begreifen,wenn wir daran Anstoss nehmen, darin das schwierigsteProblem des menschlichen Willens erblicken. Was isteinfacher als das? wird er uns erwidern; die täglicheErfahrung zeigt es uns, nur der Egoist, in dessen engerSeele der Gedanke einer Aufopferung für Andere keinenPlatz hat, wird daran Anstoss nehmen. Aber die täglicheErfahrung zeigt uns auch, dass der Stein fällt, allein eineErscheinung sehen und sie begreifen ist zweierlei; dieWissenschaft hat Jahrlausende gebraucht, um das Fallendes Steins zu begreifen. Für den Psychologen enthält dasProblem des völlig uneigennützigen Handelns für Anderekein geringeres Problem als das Fallen des Steins für denNaturforscher oder richtiger gesagt ein viel schwierigeres.