Abreise des Herrscherpaares und Schluss-betrachtung.
Am Sonntag den 5. November früh 8 Uhr kündigteder Kanonendonner die Abreise des Kaisers an. Sämmt-liche Autoritäten des Grossherzogthums und die Geistlich-keit hatte sich auf der Landstrasse nach Cöln, am Wehr-hahn, versammelt; die Ehrengarde, welche Tag undNacht dem Kaiser zu Diensten gestanden *) und sich wohlauch aus Freude über diese hohe Ehre immer gehörigilluminirt hatte**), gab dem Kaiser das Geleite bis zurGrenze des Stadtgebiets; die Infanterie war zu beidenSeiten der Strasse aufgestellt.
Eine Stunde später verliess die Kaiserin mit demganzen Gefolge die Stadt.
Gegen 10 Uhr langte der Kaiser an der Grenze desArrondissements Mülheim (am Rhein) an; der Sous-Präfect(Fettmesser) wollte eben eine Ansprache halten, als ihmvon einem Hofbeamten bedeutet wurde, Napoleon wolle
*) Das behauptete wenigstens der Capitain Caspar Fausten alsVertreter des Chefs der Bürger-Ehren-Garde zu Fuss in seinerEingabe an Nesselrode vom IL Dezember 1811. Als „Belohnungfür den guten Willen und die Ergebenheit der Compagnie" durftesie am 2. Januar 1812 „zum ewigen Andenken der Ankunft IhrerMajestäten" eine Feier begehen und erhielt die nöthigen Gewehre,um im feierlichen Aufzug die alten Vogelschützen-Fahnen von derMairie zu ihrem Chef und wieder zurück zu bringen.
**) Darauf spielt ein in der Guntrum'schen Sammlung be-findliches (handschriftliches) Gedicht eines Elberfelders an, worin■die Wupperthaler Ehrengarde einigermassen lächerlich gemacht■wird. Auch Napoleon selbst hat gerade in Düsseldorf Bemerkungenüber das oft lächerliche Auftreten dieser Ehrengarden gemacht(Oorrespondance 1823); man setze sie zusammen aus geringbe-soldeten Beamten und Subalternen, denen man den Grad einesObersten (colonel) gebe. Sie sollen in Zukunft nur aus Gliedernder Departementscollegien, deren Söhnen oder Neffen gebilder,werden und ihre Offiziere höchstens Capitainrang erhalten. Ja,«r hat daran gedacht, diese Ehren-Garden ganz zu beseitigen,aber gefürchtet, es würde den Städten unangenehm sein, die einederartige Annäherung ihrer Söhne an den Souverain gern sähen.