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Die Anwesenheit Napoleons I. in Düsseldorf im Jahre 1811 : hierzu die Kunstbeilage: Einzug Napoleons in die Stadt Düsseldorf
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52 Aufenthalt in Mülheim am Ithein.

sich hier nicht aufhalten. Er schloss sich daher demZuge an.

Vor der Stadt Mülheim, wo ein Triumphbogen er-richtet war und die Bürgergarde paradirte, erfolgte derEmpfang durch den Maire, die Adjunkten und den Muni-cipalrath; der Kaiser liess halten und wurde in der An-sprache des Maire gefeiert alsein Souverain, eifersüch-tiger auf den hohen Titel eines gnädigen Beschützersund eines angebeteten Vaters, als auf den eines unbesieg-baren Eroberers."

Hierauf ging der Zug unter lautem Vivatrufen durchdie Stadt bis zum Andreaeschen Hause, wo für den Kaiserein Frühstück zubereitet war. Eine halbe Stunde ver-weilte Napoleon hier, unterhielt sich mit dem Herrn vomHause und dem Maire und setzte dann seine Keise nachDeutz fort, in der Absicht, vor der Ueberfahrt nach Cölnin der dortigen Gegend zu jagen. Alles war zu einerTreibjagd vorbereitet, da fürchtete der Kaiser doch, zuviel Zeit zu verlieren, liess umkehren und begab sichdurch Deutz, wo die Bürgergarde Spalier bildete aufdiewürdig decorirte Schiffbrücke" und verliess damitdas Grossherzogthum.

Die Kaiserin passirte Mülheim um 11 Uhr, nahm indemselben Hause, das eben ihr Gemahl verlassen hatte,ebenfalls das Frühstück ein und empfing vor der Abfahrtvon weissgekleideten Mädchen *) einen Blumenstrauss, fürden sie sich durch eine goldene Taschenuhr bedankte.Ueber die Schiffbrücke begab sie sich an das andereRheinufer.

So schiede also dies hohe Paar, das leuchtende Vor-bild aller Tugenden und das seltene Beispiel von Jahr-hunderten." **)

In den Grossherzoglich-Bergischen WöchentlichenNachrichten hatte der kaiserliche Besuch keine anderenSpuren zurückgelassen als folgende Bekanntmachung:

Donnerstag den 21. dieses soll der auf der Elber-felder Strasse errichtete Triumphbogen Morgens 10 Uhrauf dem Mairie-Bureau an den Meistbietenden verkauftwerden, wo die Bedingnisse einzusehen sind. Lusttragendewerden hierzu eingeladen. Düsseldorf, den 16. November1811. Der Maire Freiherr von Pfeill."

Andere und tiefer gehende Eindrücke hafteten aberin der Erinnerung des Volkes. Wenn auch des LandesWünsche nur zu einem Theil Berücksichtigung gefunden

*) Emilie Rhodius überreichte den Strauss.**) Aus dem amtlichen Protokoll des Unterpräfekten zu Mül-heim.