V.
Die Tage der Feyer während der Anwesenheit IhrerKaiserlichen Majestäten in Düsseldorf.*)
Elegie.
Lieblich lachte die Stadt in Lunas freundlichem Scheine,Dämmernd brach sich der Strahl, spielte in magischem
Licht;Also in magischem Licht' erzitterte freud'ge Erwartung,Wiegte in Träume den Sinn, der sich dem Zauber ergab.Rührend erklangen die Töne der schönen nächtlichen Feyer.Was den Busen uns hebt, strahlt bald als leuchtender Stern!AngebeteteFürstin! schon nah'st du den glücklichen Mauern,Hold, in der Majestät Glanz, eilst du dem Helden voran!Und nun sah'n wir die Blüthe der männlichen Jugend
hinauszieh'n,Nicht ohne heimlichen Stolz, denn in' der Farbe des LichtsWeiss wie des Schwanes glänzender Fittig, auf schnauben-den Rossen,Fliegend den Federbusch, schienen sie Söhne des Mars,Von der zarten Hand der Venus geschmücket, die FürstinHold zu umschlingen im Kranz: rosenbekränzetes SchildDer erlauchten Monarchin, die gleich der olimpischen VenusFertig dem Meere entstieg, endend die Zwietracht der Welt.Heil dem Bande, das in der Grazien zartem GeleiteTraulich die Völker umschlingt, jüngst noch von Kampf-gier entbrannt.
Auch geprüfete Helden, die Lanzenschwingenden Krieger,Harrend in ruh'ger Geduld, sah'n wir in Ordnung gereiht.Doch es hatte der feurige Wunsch die Gedanken beflügelt;Erst als des Mittages Strahl glühte im vollesten Licht
*) Es ist zu bedauern, dass der Verfasser des für jene Zeit socharakteristischen Gedichts ungenannt geblieben ist. Auf der erstenSeite steht nur: „Seinen Mitbürgern der Stadt Düsseldorf gewidmetvom Verfasser". Gedruckt wurde es bei Levrault in quarto mitlateinischen Lettern grösseren Formats.