II.Empfangsvorbereitungen in Stadt und Land.
Die Stadt Düsseldorf, wie sie heute ist, lässt unskaum noch ahnen, wie sie im Jahre 1811 ausgesehenhaben mag. Der Stadttheil, in dem heute das regsteLeben pulsirt, der uns jetzt als der eigentliche Mittelpunkterscheint, war noch kaum vorhanden, ja gehörte gar nichtzur eigentlichen Stadt Düsseldorf. Diese erstreckte sichdamals nur vom Rhein bis zur Alleestrasse, von der jetzigenKunstakademie bis zum Bergerthor und Bastionsstrasse;alle ausserhalb dieser Grenze liegenden, aus damaligerZeit etwa noch erhaltenen Häuser gehörten zu den DörfernBuk, Oberbilk, Fliugern, Pempelfort oder Derendorf.Allerdings fielen ja nun, wie schon erwähnt, die engenSchranken; die Ausdehnung der Stadt nach den dreiSeiten hin sollte nicht mehr durch Festungswälle undMauern gehemmt werden; aber ehe alle diese Zeicheneiner vergangenen Zeit dahinschwanden, verstrichen vieleJahre, und damals hatte man noch nicht die nöthigenGeldmittel zur Verfügung, um sogleich alle Festungs-gräben auszufüllen, Mauern und Thore zu beseitigen.Immerhin gingen aber doch grade im Jahre 1811 dieVerschönerungsarbeiten rüstig vorwärts. So war es z. B.nothwendig geworden, den im Sommer 1810 vor demBergerthor errichteten Triumphbogen wegzuräumen, dainzwischen dort die Stadtgräben ausgefüllt worden warenund dadurch die Richtung der Strasse und somit auchdie Stellung des Bogens sich nicht mehr rechtfertigenliess. Diese Verschönerungsarbeiten lagen vornehmlichin der Hand des Staatsraths Jacobi, und dieser sorgtedenn auch dafür, dass der Triumphbogen nun an derElberfelderstrasse aufgestellt wurde. Wie unser Einzugsbildzeigt, war er in sehr einfachem Styl gehalten; die Inschrift,,Divo Napoleoni, Magno Imperatori et Regi, VictoriInvicto Gentiumque Protectori"*) war, wie sich das fürjene Zeit ja von selbst versteht, um so pomphafter.
*) Dem göttlichen Napoleon, dem grossen Kaiser und Könige,dem unbesiegten Sieger und Schirmherrn der Völker.