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Die Anwesenheit Napoleons I. in Düsseldorf im Jahre 1811 : hierzu die Kunstbeilage: Einzug Napoleons in die Stadt Düsseldorf
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Truppenschau. Ofßcielles Diner. 4&

keiten. Diese olympischen Mahlzeiten seien immer zumSterben langweilig, meint Beugnot; er war froh, dass erunterdessen mit dem Herzog von Bassano ein vergnügtesDiner in seinem Hause einnehmen konnte. Auf Veran-lassung des Kaisers gaben diese beiden Herren den erstenBeamten des Grossherzogthums ein Diner von 46 Ge-decken, da der Jägerhof zu klein war, um so vieleGäste zu fassen. Napoleon wünschte, dass dieses Filial-diner in so grossem Style wie möglich sein sollte, damitdie Deutschen glaubten, beim Kaiser zu sein. Beugnoterzählt, dass die guten französischen Weine bald dieanfangs herrschende feierliche Stimmung verjagt hätten.Der Kaiser hatte auch eine Einladung ins Theaterangenommen, in dem auf Veranlassung Beugnots derDon Juan von Mozart aufgeführt wurde. Wahrscheinlichhatte das kleine, baufällige Haus auf dem Markt nichtgerade besondere Erwartungen des Kaisers erregt; ererschien erst gegen Ende des Stückes, äusserte späteraber zu Beugnot, er würde eher gekommen sein, wenner gewusst hätte, dass die Aufführung so gut sein würde.

Von hier aus begaben sich die Herrschaften in dieanstossende Canzlei, um die Ausstellung der ber-gischen Producte in Augenschein zu nehmen.

Wie wir erwähnten, erwarteten ganz besonders dieIndustriellen im Grossherzogthum sehr viel von der An-wesenheit Napoleons; sie hofften noch immer darauf, dasser nach irgend einer Kichtung hin dem Gewerbe wiederaufhelfen würde. Da galt es nun aber vor allen Dingen,,dem Kaiser zu zeigen, was man in den bergischenFabrikstädten leiste und leisten könne. Der MinisterNesselrode kam den Wünschen der Fabrikanten ent-gegen; er gab am 18. October dem Handlungs-AgentenGerhard Siebel den Auftrag, sich mit dem Handels-stande der Fabrikorte im Rhein- und Ruhrdepartementin Verbindung zu setzen und zu besorgen, dass Mustervon allen Producten der inländischen Fabriken undManufacturen nach Düsseldorf gebracht würden. DerSaal in der alten kurfürstlichen Canzlei *) zwischen demalten Rathhaus und dem früheren Theater schien demMinister am geeignetsten zu dieser Ausstellung; er batSiebel, sich deswegen an den Maire zu wenden. Ausserdurch diese Ausstellung wollten die Fabrikanten durcheine Deputation der Handelskammern von Düsseldorf,

*) Verg-1. Ferber, Historische Wanderung durch die alte Stadt.Düsseldorf. II. (Düsseldorf 1890.) S. 4, f. Seit Ende des 18. Jahr-hunderts diente sie als Tanzlokal.