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Die Anwesenheit Napoleons I. in Düsseldorf im Jahre 1811 : hierzu die Kunstbeilage: Einzug Napoleons in die Stadt Düsseldorf
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44 Inspectionen und Festlichkeiten.

Hören wir denn, was Beugnot über diese Revueschreibt:

Die Revue gelang mir gut genug. Ich bemerkte,dass er (der Kaiser) dem General Damas einige Zeichenseines "Wohlwollens gab. Ich hatte der Infanterie ihreweisse Uniform*) gelassen mit den blauen nach Art derdeutschen Truppen glatt fallenden Aufschlägen. Nur dieBeinkleider von Tuch und die über die Knöchel reichendenSchuhe in der Form von Halbstiefeln hatte ich hinzu-gefügt. Auf gut Glück liess der Kaiser einen Soldat ausder Reihe treten, drehte ihn nach vorn und hinten, fuhrmit der Hand unter Rock und Weste und sagte dann zuBerthier: Das ist ein gut gekleideter Soldat; und diemeinigen ? Ach je, sagte Berthier (Prinz von Neuf-chatel) fragen Sie Beugnot, was das kostet. Und sogleichwurde ich gefragt. Mein Stern wollte, dass ich eswusste. Der Kaiser fand nichts Uebertriebenes darin.Er wollte wissen, wo ich das Tuch hernähme und wasich dafür bezahlte. Ich beantwortete diese Fragen undseitdem sind die Manufacturen so ausschliesslich fürden Kaiser in Anspruch genommen worden, dass ich fürdie Armee des Grossherzogthums kein Stückchen Tuchmehr bekommen konnte."

Der Kaiser gab den bergischen Truppen noch einenbesonderen Beweis seiner Gnade: alle im Fall der De-sertion sich befindenden Unteroffiziere und Soldaten etc.wurden begnadigt und wie auch die bereits verurtheiltenDeserteure ihren Corps wieder einverleibt.

Ausserdem dachte Napoleon noch in anderer Weiseder bergischen Armee einen Beweis seiner Gunst zu geben:durch Verleihung des Offizierspatents an Landeskinder.Bisher wurden die Infanterie - Regimenter des Gross-herzogthums fast ausschliesslich von Ausländern comman-dirt; das sollte anders werden. Und so wurden denneinige Wochen später 102 Offiziere der grossherzoglichbergischen Truppen ernannt, nachdem die Neuformationder Infanterie vollendet war. **)

Nach dieser Revue fand beim Kaiser officiellesDiner statt. Es waren dazu geladen die Minister, derCoadjutor von Münster***), die Präfecten, der Maire vonDüsseldorf und die in Düsseldorf anwesenden Fürstlich-

*) Seit Ende 1806 trug die bergische Infanterie diese Uni-form, dazu Czakos mit dem Buchstaben N. früher J. (Joachim); dieGrenadiere trugen Bärenmützen.

**) Am 17. December 1811. Vgl. J. J. Scotti, Sammlung derGesetze und Verordnungen etc. 3. Theil. (Düsseldorf 1822) No. 3276.

***) Caspar Max Freiherr Droste zu Vischering.