40 Verschönerungsdecret.
Mag nun jene Absicht einer erneuten BefestigungDüsseldorfs bestanden haben oder nicht: das scheint zwei-fellos zu sein, dass die Stadt diesem ausführlichen Umrittdes Kaisers das folgenreiche Verschönerungsdecretvom 17. December 1811 verdankt. Der wichtigste Artikelfür die Stadt ist der dritte: „Die alten Festungswerkeund das Glacis werden der Stadt geschenkt, um nachdem Verschönerungsplan mit Bäumen bepflanzt und zuöffentlichen Spaziergängen eingerichtet zu werden."
Bekanntlich rührte der hier erwähnte Verschönerungs-plan von dem Hofgärtner Weyhe her, der ihn dem Kaiserzur Genehmigung vorgelegt hatte.
Es bedarf keines weiteren Hinweises auf die Vor-trefflichkeit dieses Plans; wer in Düsseldorf gelebt hat,kann nur mit Dank und Freude an diese wahrhaft künst-lerische Leistung denken.*)
Mit der Schenkung dieses grossen Gebiets für Ver-schönerungszwecke ward nun die gehegte Absicht derRegierung, dasselbe als landesherrliche Domaine zu ver-werthen, endgiltig beseitigt.
Aber nicht allein das Gebiet bewilligte der Kaiser,sondern auch die Mittel zur Unterhaltung dieser grossenGartenanlagen. Der Artikel 8 bestimmte nämlich, dassaus dem Staatsschatz jährlich 100,000 fr. für diese Ar-beiten angewiesen würden.
Noch in anderer Weise berücksichtigte jenes Decretdie Wünsche der Düsseldorfer; die Arbeiten des neuenHafens sollten in 2 Jahren vollendet und das Hinein-werft bis zum neuen Hafen fortgesetzt werden. An derFlinger- und Benrather Barriere wurden Brücken überden Canal genehmigt; die Herstellung des alten Schlossesverstand sich durch die Verlegung der Universität dahin.Auf dem Boulevard Napoleon, der heutigen Alleestrasse,sollte ein neues Schauspielhaus erbaut werden.
Diese drei letzten Bestimmungen sind allerdings unterNapoleon nicht mehr zur Ausführung gelangt. Jedochentspricht der Platz des jetzigen Theaters vollkommenden Absichten des Kaisers.
So war denn mit jenem kaiserlichen Dekret ein guterTeil der Wünsche erfüllt worden, die in der oben-erwähnten Denkschrift des Maires ausgesprochen waren.Kein Zweifel, nur durch die persönliche Anwesenheit des
bewahrt die gleichzeitige gedruckte Notiz: „Aus diesem Glase hatder Grosse Napoleon bei seiner Anwesenheit in Düsseldorf am3. November 1811 getrunken."
*) Sehr richtig sind die Bemerkungen H. Ritters darüber. (ZurGeschichte von Düsseldorf und Kaiserswerth. Düsseldorf 1855), S. 73.